370 Stellungnahmen von Anliegern der Este!

Die Einwendungsfrist lief am 30.7.2015 ab. Wir von der IG-Este hatten die Unterlieger und Bewohner im Alten Land an der Este aufgerufen, sich an den Einwendungen zu beteiligen. Die Resonanz war riesengroß. Insgesamt waren 200 Personen auf unseren 2 Informationsveranstaltungen. Ca. 100 Anlieger waren auf einer unserer 4 Sprechstunden. Und jetzt sind 370 Stellungnahmen bei der Gemeinde Jork eingegangen.

Dazu gehören auch Stellungnahmen aus Cranz, die auch den Weg nach Jork genommen haben.
Hinzu kommen noch Stellungnahmen in Buxtehude und per Post, deren Zahl wir nicht kennen.
Eine Stellungnahme kann positiv oder negativ sein. Angesichts der einheitlichen Ablehnung des Buxtehuder Vorhabens entlang der Este interpretieren wir die Zahl von 370 auch zu fast 100% als ablehnende oder kritische Einwendung gegen den Buxtehuder Planfeststellungsantrag.
Dieses allein ist eine überwältigende Demonstration der Esteanlieger gegen die aktuellen Minideichpläne.
Wir hatten für unsere Einwendung die rechtsanwaltliche Stellungnahme für die Gemeinde Jork, die viele technische und rechtliche Einwendungsgründe zusammengestellt hatte. Wir mussten nur noch in einem zweiten Anhang einige Gesichtspunkte ergänzen, wie z.B. Marschentwässerung oder die rechtliche Relevanz der Deichhöhen.
Entscheidend war aber die Darstellung der Eigentumsschädigungen, die wir als Unterlieger erleiden, sollte der Buxtehuder Plan umgesetzt werden – und das für jeden einzelnen Fall individuell.
Besonders auffällig war, dass viele unserer Obstbauern den Weg in die Sprechstunde gefunden haben. Die Obstbauern haben sofort erkannt, dass die komplette Vernachlässigung der Marschentwässerung geradezu existenziell für sie ist. Auch der Deichsicherheit will keiner trauen – zumindest nicht, wenn wie in diesem Falle die Deiche als Polderdeiche mit langen Wasserstauzeiten und Durchfeuchtungen missbraucht werden.
Jetzt bekommen wir einen ganz neuen Schub an Mitgliedsanfragen für die IG-Este. Auch wir wollen uns für das Vertrauen bedanken. Überhaupt war der Zuspruch sehr positiv. Er uns doch gezeigt, dass wir hier keine Sonderpositionen vertreten, sondern wirklich die Sorgen und Interessen Unterlieger.
Auch wurde unsere Arbeit mit vielen Spenden bedacht, für die wir uns recht herzlich bedanken wollen.
Jetzt werden wir unseren Druck auf die politischen Entscheidungsträger verstärken. Ihre Politik, die
Unterläufe der tidebeeinflussten Flüsse als Polder zu nutzen hat schon längst irrationale Züge genommen:
– Eine Stadt Buxtehude, die sich das Hochwasser in die Stadt holt, um 100%-ige Fördersätze zu
kassieren.
– Ein Umweltministerium, das mit nichts und niemandem zu tun haben will, aber dennoch hinter
der Hand falsch spielt und diese Hochwasserschutzpolitik insgeheim fördert.
– Einen NLWKN, der nicht nur die Politik auf Landes-, Kreis- und Stadtebene falsch beraten hat und
damit der Urheber dieses Desasters ist, sondern der hartnäckig mit vollkommen falschen
Gutachten immer weiter in die politische Sackgasse steuert. Dabei auf Recht und Gesetz und
auf schwerwiegendste Eigentumsschädigungen keine Rücksicht nimmt.

Letztlich glauben wir, dass der NLWKN und die Stadt Buxtehude spätestens von einem Oberverwaltungsbericht gestoppt werden. Aber genau das wird passieren.
Der nächste Schritt wäre der Erörterungstermin der Genehmigungsstelle des NLWKN in Lüneburg. Über das weitere Vorgehen, werden wir dann rechtzeitig informieren.

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