Acht öffentliche Fragen an die Landratskandidaten zum Hochwasserschutz an der Este

Sehr geehrter H. Roesberg, sehr geehrter H. Crumbach,
die Interessengemeinschaft Este (IG – Este) wehrt sich dagegen, dass die Estedörfer mit ihrer historischen Deichbebauung zu Hochwasserpoldern werden, die unsere Gärten, Keller und Häuser  zum Bestandteil der Hochwasserschutzes macht. Wir halten das für eine verfehlte Hochwasserschutzpolitik, die die Flussoberläufe komplett vernachlässigt, und alle Lasten bis hin zu diesen zynischen Konsequenzen nur den Unterliegern aufbürdet. Diese Planung mit ihren Auswirkungen hat höchste Empörung bei den Anliegern der Este und in der Gemeinde Jork ausgelöst.

Wir sind parteipolitisch absolut neutral und mischen uns nicht in allgemeinpolitische Vorgänge ein. Und so werden wir auch zur Landratswahl keine inhaltliche Stellungnahme abgegeben.
Trotzdem sind wir  der Ansicht, dass dem Landkreis Stade eine Schlüsselrolle bei der Lösung dieses Konfliktes und beim Einstieg in den ganzheitlichen Hochwasserschutz – zusammen mit dem Landkreis Harburg – zukommt.
Deshalb stellen wir zur allgemeinen Orientierung der Öffentlichkeit 8 Fragen an die zwei Kandidaten für die Landratswahl im Mai 2014 und bitten um entsprechende Antworten.


1. Sind sie der Ansicht, dass die Dörfer entlang der Este  mit ihrer historischen Deichbebauung Schutzgüter sind – genauso wie Buxtehude ein Schutzgut sind – was das politische Handeln des Landkreises Stade bestimmen sollte.

2. Halten Sie die komplette Nichtberücksichtigung von Unterliegern der Unterläufe – so wie jetzt in der Hochwasserschutzplanung der Stadt Buxtehude geschehen – für gerechtfertigt, selbst wenn deren Häuser zum Bestandteil des Flutschutzes gemacht werden?

3. Halten Sie die geplante Entrechtung der Unterlieger im anstehenden Planfeststellungsverfahren für gerechtfertigt, nur weil sie als Bestandteil der historischen Deichbebauung in einem Überschwemmungsgebiet  liegen?

 4. Sind Sie auch bereit, einen wirkungsvollen Hochwasserschutz für diese Orte – die Deichbebauung inbegriffen – sicherzustellen und damit kommunale Alleingänge durch abgestimmte Planungen zu ersetzen?

5. Wie stehen Sie zum Konzept des ganzheitlichen Hochwasserschutzes von der Quelle bis zur Mündung, das der Oberlaufrenaturierung, der Rückhaltung in der Fläche und/oder durch Rückhaltebauten Priorität einräumt.

6. Sind Sie – zusammen mit dem Landkreis Harburg – bereit, einen Hochwasserschutzverband aller Anliegerkommunen der Este zu gründen und diesen Verband auf den ganzheitlichen Hochwasserschutz aller Esteanrainer gleichermaßen festzulegen.

7. Sind Sie bereit, die aktuelle Planung Buxtehudes durch eine integrierte Planung aller Anrainerkommunen zu ersetzen oder verbindlich zu ergänzen.

8. Sind sie bereit, sich im Umweltministerium für geeignete gesetzmäßige Anpassungen oder Änderungen von Verordnungen einzusetzen, die den Hochwasserschutz entlang von Flussgebietseinheiten regeln und für historischen Kulturdenkmäler – wie die Deichhufendörfer im Alten Land – Ausnahmeregeln vorsehen.

Für weitere Fragen zu den Inhalten und zum Verständnis der jetzigen Planungproblematik stehe(n) ich/wir gerne zur Verfügung. Auch sind wir gerne bereit, für sie einen Lokaltermin vor Ort zu organisieren. Außerdem können Sie sich auf unserer Internetseite   informieren oder per email  mit uns Konatkt aufnehmen.

Mit freundlichen Grüßen 

Rainer Podbielski, Sprecher der IG – Este

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