Aktueller Stand zum Thema “ hohes Tiedehochwasser durch zu hohe Schließpegel des Inneren Sperrwerkes in Cranz“

Was ist jetzt eigentlich der letzte Stand?
18 Anlieger der Este hatten in Briefen die zuständigen Behörden über die Auswirkungen des hohen Tidehochwassers informiert, nachdem eben diese Behörden mit einer Serie von Gegenargumenten versucht hatten, die berechtigten Anliegen der Bürger als unsinnig abzustempeln.
Wir hatten uns daraufhin mit all diesen Argumenten in einer Artikelserie auf dieser Webseite auseinandergesetzt.

Hochwasser in Groß Hove _ komplett Land Unter

Wenn sie das noch einmal rekapitulieren wollen, dann scrollen sie bis zum 27.10.2017  zurück und lesen 15 kleine Artikel in Serie zu diesen behördlichen Argumenten.
Dieser unser Standpunkt gilt weiterhin. Alle unsere Argumente sind auch heute noch gültig.

Auf der letzten Ausschusssitzung in Stade wurde aber auch mitgeteilt, dass das WSA (Wasserschifffahrtsamt) einen Auftrag an die TUHH (Technische Universität Hamburg Harburg) vergeben hat, die Folgen einer Pegelreduzierung auf 710cm PN durch Modellrechnungen zu untersuchen.
Ähnliches hatte man schon 2015 gemacht, um die damaligen Pegeländerungen zu untersuchen. Damals wurde die Pegeländerung ohne Planfeststellung durchgeführt.
Nach Aussagen des WSA heute, hat die neuerliche Beauftragung der TUHH das Ziel, genau diese Frage erneut zu prüfen.

Keller Gründahl Mühe in Buxtehude; Wasser im Keller

Auch wenn wir unsere Meinung schon fest gebildet haben, begrüßen wir diese Aktion des WSA. Man muss verstehen, dass eine behördliche Entscheidung sich immer auf Fakten beziehen muss. Und wir hoffen natürlich, dass diese Untersuchung unsere Argumente letztendlich stützt und es zu einer Änderung des Schließpegels in Cranz kommt.

Bezüglich der zukünftigen Entscheidungen ist von unserer Seite noch folgendes festzustellen:
Bei der Beurteilung steht der Schutz des Eigentums gemäß §14 GG immer an erster Stelle. Auch Überschwemmungsgebiete oder andere behördliche Auflagen können dies niemals außer Kraft setzen. Überschwemmungsgebiete beinhalten nicht das Recht, im Tagesbetrieb  „überschwemmen zu lassen“. Dies käme geradezu einer mutwilligen Eigentumsschädigung gleich. Gerade umgekehrt: einem Überschwemmungsgebiet liegt ein Schutzgedanke bestehenden Eigentums zugrunde und kein Freifahrtschein für Eigentumsschädigungen.
Es könnten theoretisch bei einer Absenkung des Schließpegels nur Auswirkungen auf Dritte mit noch erheblicheren Eigentumsschädigungen ins Feld geführt werden.
Aber gerade dazu haben wir in unserer Artikelserie Stellung bezogen.
Alle diese theoretisch denkbaren Auswirkungen sind marginal: das gilt auch für die Barkassenschifffahrt oder für theoretisch mögliche Verschlickungen in der Este. Im Gegenteil: Kantenabbrüche am Esteufer, großflächige Grundstücksflutungen, und Durchnässung von Hausfundamenten zeigen gerade, dass das hohe Tidehochwasser Schäden anrichtet.
Deshalb sagen wir: die Begrenzung des Hochwasserpegels auf die Oberkante der Uferböschung muss auch im Interesse des WSA und der anderen Behörden liegen.
Die Berechnungen der TUHH werden aber auch zeigen, dass die Schließhäufigkeit zunimmt, zwar moderat aber merkbar.

Hochwasser bis ans Haus kurz vor der Kellerflutung in Estebrügge. Keine Naturkatastrophe, sondern durch späte Sperrwerksschließung erzeugt.

Hierzu muss man allerdings sagen, dass die damit verbundenen Kosten nicht ernsthaft als Argument gegen den Schutz des Eigentums angeführt werden könnten. Zumal die Kosten sich ja aus einer sehr umständlichen Verfahrensweise eines nicht automatisierten Sperrwerksbetriebes ergeben. Man könnte nicht zusätzliche Anfahrten des WSA aus Stade gegen die Eigentumsschädigungen abwägen.
Dies hat auch noch keiner getan und insofern können und wollen wir diese Position keinem unterstellen. Eine Ablehnung der Änderung der Schließordnung mit diesem Argument könnte kein Anlieger akzeptieren. Die Auseinandersetzung könnte eskalieren, denn es geht für die Anlieger um sehr viel.
Wir hoffen, das alle Beteiligten hier zu einer vernünftigen Lösung kommen, die den Konflikt befriedet anstatt ihn anzuheizen. Unsere Forderung nach 710cm PN sind bereits ein Entgegenkommen, um eine einvernehmliche Lösung zu erreichen. Denn einzelne Anlieger werden immer noch private Schutzmaßnahmen mit Hilfe des Landkreises vornehmen müssen.

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