Artikelserie: Aktueller Stand zum Thema: Zu hohes Tidehochwasser in der Este

Seit langem fordern wir, dass der Schließpegel des inneren Sperrwerkes in Cranz auf 710cm PN abgesenkt wird.
Im Augenblick liegt der Schließpegel maximal bei 730 cm PN im Sommer und 720 cm PN im Winter. Zielgröße für das WSA sind 720 cm, die sich laut WSA auch im Sommer aufgrund der geringeren Schöpfwerksmengen einstellen sollten.
Das funktioniert aber so nicht. Der Pegel steigt trotzdem zu hoch an.

Inneres Estesperrwerk in Cranz

Das Problem tritt im Frühjahr und im Herbst auf, wenn wir immer wieder großflächige Grundstücksflutungen -teilweise bis an die Häuser heran – erleben müssen. Hinzu kommen Ufererosion und Uferabbrüche, da die Überschwemmungen die ufernahe Grasnarbe vernichtet, wodurch dann auch das Ufer weggeschwemmt wird oder die Uferkanten abbrechen. Gerade im Juli hat das WSA angefangen, an mehreren Uferabschnitten das Ufer mit provisorischen Bollwerken, eingelagerten Kunststoffmatten und Auffüllungen die Ufererosion in den Griff zu bekommen.
Nichts läge also näher, als endlich den Schließpegel zu senken.
Wir haben Ende Juli ein mail des NLWKN erhalten. Der NLWKN hat darin hier alle Ablehnungsgründe abgestimmt und zusammengetragen.
Hier die Hauptgründe
– Zu Senkung des Pegels sei ein aufwendiges Planfeststellungsverfahren notwendig, was die Hamburger Hafenbehörde_durchführen müsse, die dieses aber nicht beabsichtigt. Es bestehe keine  wasserwirtschaftliche Notwendigkeit.
– Es müsse dann auch eine aufwendige Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden, die die FFH Gebiete_stromaufwärts in der Este berücksichtigen müsse.
– Das Estevorland inclusive Besiedlungsräume sind offizielles Überschwemmungsgebiet. (Damit meint der   NLWKN,dann dürfe man auch offiziell und bewusst überschwemmen). Hier sei nur individuelle Selbsthilfe notwendig.
– Die Verschlickung der Este würde bei einer Pegelabsenkung zunehmen.
Wir mögen uns irren, aber wir haben den Eindruck, dass auch noch inoffizielle Gründe hinzukommen, die keine Behörde offiziell sagt.
Die Hansestadt Hamburg ist im Rahmen „Forum Tideelbe“ bemüht, möglichst viel Wasser in angrenzende Nebenflüsse oder angrenzende Flächen an der Elbe laufen zu lassen. Offiziell geht es um Naturschutz aber u. E. ist das Ziel offensichtlich, neue Schlickablagerungsflächen zu schaffen. In diesem Rahmen wurde auch der Plan “ Öffnung der Borsteler Binnenelbe geboren, der zum Glück aufgrund des Widerstandes der betroffenen Landwirte, der Gemeinde Jork und des Landkreises Stade fallen gelassen wurde. Es ist wahrscheinlich dieser übergeordnete Grund, weshalb das WSA in der Frage der Schließordnung jetzt blockiert.
Wir werden jetzt in den folgenden 2 Wochen uns noch einmal in einer kleinen Artikelserie mit den 5 Hauptargumenten auf dieser Webseite auseinandersetzen.
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