Alles in den Wind geschlagen

Bericht zum Stadtratsbeschluss in Buxtehude

von Rainer Podbielski

Am 16.12.2013 hat der Buxtehuder Stadtrat beschlossen, die Planfeststellung für die Innenstadtlösung der Hochwasserschutzplanung zu starten und die Unterlagen in der 2. KW dem NLWKN in Lüneburg zuzusenden. Es war eine wirklich unqualifizierte Diskussion:

– Der Lastfall 2 wurde grob fehlerhaft erklärt.

– H. Hansen schloss einen Querdamm für die nächsten Generationen aus und zeigte damit, welchen Stellenwert für ihn der Hochwasserschutz der Unterlieger hat. Der absolute moralische Tiefpunkt der Debatte.

– Offen wurde ein 2 Mio Finanzierungsvorteil wegen der erwarteten Küstenschutzgelder als wesentlicher Grund der Innenstadtlösung dargestellt. Offener kann man gar nicht belegen, dass man sich in der Planung nur durch finanzielle Anreize hat leiten lassen.

– Ablehnung eines Unterhaltungsverbandes für die gesamte Este.

Viel gravierender ist die Tatsache, dass alles, was bisher an guten und klugen Vorschlägen zum Thema ganzheitlichen Hochwasserschutzes in die Debatte eingebracht worden war, in den Wind geschlagen worden ist:

– Die Überflutung von vielen Häusern entlang der Este sowie einer Siedlung nebst Grundschule und Kita in Hamburg-Cranz

– Die Forderung nach Renaturierung der Obereste – Die Forderung nach Rückhaltemaßnahmen im Oberlauf

– Die hohen Gesamtkosten für die gesamte Este, wenn man nur Deiche erhöht – Die Unsicherheit der Deiche, die schon 1956 zur Planung eines Querdammes führten.

– Die Gefährdung der Marschentwässerung

– Die  Nichtberücksichtigung der Gesprächsinitiative, die in Hannover von Fr. Kottwitz, den Landtagsabgeordneten der Region und uns angestrebt wurde, und, und, und …

Alles in den Wind geschlagen. Und alles das in einer Art und Weise, die jede Konsens- und Kompromissfähigkeit vermissen lässt. Man muss Schlimmes für die Gesprächsinitiative aus Hannover befürchten. Trotz Planfeststellungsverfahren sollte Buxtehude diese Initiative wirklich wahrnehmen. Alles andere wäre verantwortungslos.

 

 

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