Barkassenfahrten nach Buxtehude wichtiger!

Das Argument, man würde bei einer Anpassung der Schließordnung die Barkassenschifffahrt auf der Este behindern,
ist eines der Hauptargumente derjenigen, die eine Änderung der Schließordnung verweigern.
 

Dieses Argument ist letztendlich etwas zynisch, weil man einige Barkassenfahrten gegen das Absaufen von Gärten und Häusern aufrechnet.
Aber worum geht es?
Wenn man die Schließordnung auf 710cmm PN anpassen würde, müsste das Sperrwerk länger und öfter schließen. Beide Folgewirkungen könnten die Barkassenschifffahrt in geringem Umfang ungünstig beeinflussen.
Schließdauer:
Was ist davon zu halten? Dazu muss man sich klar machen, dass im jetzigen Normalfall bei 720cm und 730cmPN ohnehin geschlossen wird. Wenn also in Zukunft bei 710cm – also 10-20cm früher geschlossen wird – verlängert sich die Schließdauer. Hier haben sich die Argumentatoren nicht mit der Wirklichkeit auseinandergesetzt. Die Este läuft so schnell auf, dass eine etwas frühere Schließzeit nur Minuten ausmacht. Die Pegelmessungen sind im Internet zu verfolgen. Man sieht sofort, dass diese zusätzliche Schließdauer wirklich nur Minutensache ist. Will man das Argument also wirklich beibehalten und den Anliegern stattdessen Hochwasser  als Normalzustand zumuten? Doch wohl nicht!
Schließhäufigkeit:
Das Sperrwerk wird auch häufiger schließen. Das WSA hat berechnet, dass zu den 206 Schließungen pro Jahr(2016) dann ca. 60 Schließungen hinzukommen.
Diese Abschätzung bezieht sich auf das ganze Jahr – sommers wie winters – und auf 24 Stunden pro Tag. Wir können davon ausgehen, dass durch die regelmäßige Durchrotation des Hochwassers im Kalender sich diese zusätzlichen Schließungen gleichmäßig über das Jahr verteilen.
Wir Anlieger wissen, dass Barkassenschifffahrt im Laufe des Vormittags beginnt und am späteren Nachmittag endet, wenn der Tiderythmus das zulässt.
Grob geschätzt liegen 2/3 der zusätzlichen Schließungen außerhalb der Barkassenschifffahrt. Hinzu kommt, dass im Winter – das sind ca. 50% der Barkassensaison- keine Barkassenfahrten stattfinden. Grob geschätzt liegen also insgesamt nur 10 zusätzliche Sperrwerksschließungen im aktiven Barkassenzeitraum vor. Das sind dann ca. 10 zusätzliche Sperrwerksschließungen.
Und diese 10 Sperrwerksschließungen sind auch nur dann ein Problem, wenn wirklich zeitgleich eine Barkasse fährt und somit warten müsste.
Außerdem werden Barkassenschiffer oft ihre Fahrzeiten so planen, dass sie Wartezeiten vor dem Sperrwerk vermeiden.
Man sieht,  hier wird ein Problem heraufbeschworen, dass in Wirklichkeit gar kein Problem ist.
Und das Argument, die Este sei eine Wasserstraße erster Ordnung sollte man lieber stecken lassen. Immerhin wurde eine Autobahnbrücke über die Este gebaut, die die Befahrbarkeit durch Segelschiffe stark eingrenzt. Das Argument taugt nicht, um jetzt wegen einiger zusätzlicher Wartezeiten vor dem Sperrwerk den Anliegern die Hilfe zu verweigern.
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