Bericht des Treffens zum Thema „Hohes Tidehochwasser in der Este“

Am 3.9. fand auf Initiative der CDU ein Treffen verschiedener Akteure zum Thema Tidehochwasser in der Este in der Brückenbäckerei in Estebrügge statt. Grund waren nicht nur die Probleme mit dem Tidehochwasser, sondern dass es gelungen war, den Staatsekretär, H. Enak Ferlemann, und den Leiter des WSV, H. Bernhard Meyer aus Cuxhaven, für diesen Termin zu gewinnen. H. Meyer wird auch die Leitung des WSV Hamburg übernehmen.

Insgesamt waren folgende Damen und Herren anwesend (in alphabetischer Reihenfolge):

  • H. Helmut Dammann – Tamke, MDL Niedersachsen
  • H. Michael Eble, Fraktionsvors. CDU des Gemeinderates Jork
  • H. Enak Ferlemann, Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums
  • H. Arno Hagenah, IG-Este
  • H. Gerd Hubert, Bürgermeister der Gemeinde Jork
  • Fr. Silja Köpke, CDU Abgeordnete im Kreistag, LK Stade
  • H. Bernhard Meyer, Leitender Baudirektor und Amtsleiter des WSV aus Cuxhaven
  • H. Rainer Podbielski, IG-Este
  • H. Matthias Riel, 1. Gemeinderat der Gemeinde Jork
  • H. Michael Roesberg, Landrat des Landkreises Stade
  • H. Bernd Sänger, CDU Abgeordneter des Gemeinderates Jork
  • H. Kai Seefried, Generalsekretär der CDU Niedersachsen
  • H. Wilhelm Ulferts, Oberdeichrichter der 2. Meile

Zusätzlich waren zwei Pressevertreter der Lokalpresse anwesend.

Nach einer kurzen Ortsbesichtigung auf der Estebrücke über die besondere Siedlungsweise unser Estedörfer begann dann die Diskussion in der Brückenbäckerei.

Am Anfang hatten wir von der IG-Este die Möglichkeit, unser Anliegen darzustellen. Wir bedankten uns bei allen Anwesenden, dass sie diesen Termin wahrnehmen konnten, insbesondere bei H. Ferlemann und H. Meyer.
Unser kurzer Bericht konzentrierte sich auf die Schilderung der hohen Tidehochwassers zu bestimmten saisonalen Zeiten und auf die Überschwemmungen bis an Häuser heran und auf die Ufererosion entlang der Este. Wir stellten aber auch dar, dass das Tidehochwasser über die Jahrzehnte deutlich gestiegen ist, nicht an der Uferkante haltgemacht hat, sondern inzwischen das Land überspült. Außerdem sei die Uferkante nach Aussage des WSV in Hamburg um ca. 8 cm tiefer als bisher angenommen. Wahrscheinlich ist sie über die Jahrzehnte abgesackt und liegt jetzt bei ca. 710cm PN.
Wir hoben auch hervor, dass wir nicht das Rad der Geschichte zurückdrehen wollen, aber dringend nach Lösungen suchen, um den Tidehochwasserstand auf die Uferkante zu begrenzen.

Die anschließende Situation war kompliziert aber von allen Beteiligten vom Willen geleitet, nach Lösungen zu suchen. Dabei bezogen die verschiedenen Akteure am Anfang ihre Grundposition: Die Gemeinde Jork forderte eine Lösung ein, das WSA sah auch den NLWKN in der Pflicht, usw.

In der Diskussion wurden folgende Lösungen andiskutiert:

1.      Absenkung des Pegels auf 710cm PN. Dabei wurde die Frage beleuchtet, ob ein Planfeststellungsverfahren nötig sei und was das bedeuten würde.

2.      Dem WSV in Stade bei gleichbleibender Schließtabelle ein Ermessensspielraum geben, um in kritischen Zeiten etwas früher das Sperrwerk zu schließen. Dies wurde aus Haftungsgründen vom WSV abgelehnt, weil man dieses nicht den Mitarbeitern zumuten könne. Auch ein von H. Roesberg vorgeschlagener Modellversuch wurde kritisch gesehen.

3.      Erhöhung des Landes – als Verwallung oder generelle Erhöhung des Uferbereiches: H. Roesberg und wir sprachen sich gegen eine Verwallungslösung aus. Stattdessen brachte         H. Roesberg den Gesichtspunkt ins Spiel, dass der WSV ja für die Uferunterhaltung zuständig sei und somit auch die Landabsackungen im Uferbereich ausgleichen müsste.

Am Ende wurde folgender Konsens festgehalten:

  • Der Zustand mit den teils extremen Überflutungen der Uferkante ist für die Dörfer ein Problem und man muss zu einer Maßnahme kommen.
  • Die Maßnahme sollte unterhalb eines Planfeststellungsverfahrens liegen
  • Dazu müssen alle beteiligten Behörden noch einmal an den Tisch, obwohl der Landkreis sich in dieser Beziehung schon sehr stark engagiert hat.
  • Der NLWKN wird über diesen Plan informiert und um Mitarbeit gebeten
  • Dieser Plan setzt voraus, dass bei diesem übergreifenden Thema alle beteiligten Partner positiv und lösungsorientiert an das Problem herangehen.

Wir begrüßen diesen Konsens sehr. Wer erwartet hatte, dass hier bereits eine Lösung aus dem Hut gezaubert wird, ist etwas realitätsfremd. Stattdessen war trotz komplexer Diskussion zu sehen, dass alle beteiligten Partner nach Lösungen gesucht haben. Die Diskussion hat sicherlich auch zur Vertrauensbildung beigetragen.

Insofern sehen wir optimistisch in die Zukunft. Man sollte aber auch als Betroffener etwas Geduld bei diesem Thema mitbringen.

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