Besuch der TU Hamburg Harburg

von Jens Dammann und Rainer Podbielski

Am 24.4. haben wir Prof.  Fröhle und H. Nehlsen  vom Institut für Wasserbau  zu einem Informationsaustausch besucht. Wir wollten uns über Möglichkeiten des Hochwassermanagements entlang der Este informieren, insbesondere über Rückhaltemöglichkeiten im Oberlauf. In der fachlichen Diskussion betonten beide Seiten immer wieder, dass nur die ganzheitliche Betrachtung der Este von der Quelle bis zur Mündung in der Lage ist,  ein wirkungsvolles Hochwassermanagement  aufzubauen. Bezogen auf die Obereste wurde der Entsiegelung von Flächen und dem dezentralen Rückhalt mit sehr kleinräumigen Maßnahmen Priorität gegeben.  Dieser Punkt ist sehr einsichtig – denn die Wassermengen, die im weitläufigen Wassereinzugsgebiet zurückgehalten werden und nur verzögert abfließen  können, erleichtern  die Wasserbaumaßnahmen im weiteren Flussverlauf erheblich. Wir wollten aber auch eine alte Kontroverse ausräumen. Wir hatten noch vor einigen Monaten den einen großen Damm gefordert. Viele Konzepte an den Oberläufen – so konnten wir bei unseren Recherchen feststellen – werden aber teilweise  in mehrere kleinere zurückliegende Staustufen aufgeteilt. Je nach Machbarkeit, Kosten und anderen Randbedingungen werden dann die geeigneten Konzepte entwickelt. Dieses dürfen wir auch als IG-Este nicht ausschließen. Eines ist aber all diesen Konzepten gemeinsam: der Bau von Rückhaltebauwerken – auch wenn sie in kleinere Stauwehre aufgeteilt werden – werden als wichtige Priorität angesehen. In der Regel ist die Rückhaltung in der Fläche – obwohl sehr wichtig – niemals ein Ersatz für große oder auch kleinere Rückhaltebauten. Dieser Bau ist sogar der zentrale  aktuelle Schwerpunkt vieler Schutzmaßnahmen in Deutschland. Wir waren verwundert, dass gerade  das von der TUHH grundsätzlich ausgeschlossen wird. Sie führt die Errichtung von Rückhaltebauwerken bewusst nicht in ihrer Liste der Handlungsempfehlungen auf. Damit hat die TUHH  keine  Empfehlungspunkte  für den Oberlauf, den sie selbst als „groß“ einstufen würde.  Stattdessen schlägt die TUHH fast nur Maßnahmen im Alten Land vor: von der Abgrabung der Deichvorländer, Zwischenspeicherung der Marschentwässerung und Polderbau.  Somit konnten wir dann unsere Kontroverse doch nicht ausräumen. Sollte die TUHH sich wirklich auf solche Vorfestlegungen verhärten, ist noch die Frage, ob die Landkreise dem kritiklos folgen. Wir werden in diesem Fall gezwungen sein, eine zweite wissenschaftliche Kompetenz einzubinden oder gutachterliche Aussagen einzuholen.

 

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