Besuch des Regionalausschusses in Hamburg-Neuenfelde

von Rainer Podbielski

Am 22.1. fand eine Sitzung des Regionalausschusses in Neuenfelde statt. Auf der Tagesordnung standen 2 Punkte, die auch unsere Interessen berühren: erstens ein Bericht über den neuen Betrieb des Sperrwerkes in Cranz und zweitens das Thema Hochwasserschutzplanung in Buxtehude.
Zum  Thema Sperrwerksbetrieb in Cranz hielten Fr. Prof. Brinkmann und ein Vertreter der HPA Vorträge.
Danach entwickelte sich mit den Bürgern aus Cranz/Neuenfelde eine ziemlich hitzige Diskussion über sie Sicherheit der Sperrwerkes.
Die Vorträge hatten den Eindruck erweckt, das automatische Spülen und „Quirlen“ der abgelagerten Sände sowie die permanente  Torüberwachung würden das Tor immer wieder sicher freispülen. Das hatten auch Tests ergeben. Die Anwohner machten klar, dass trotz dieses Konzeptes sich die Sperrwerkstore immer in einer Sandmulde befinden, das deutlich unter dem Niveau der Flächen vor und hinter des Sperrwerks liegt. Zudem baggert die Sietas Werk nicht mehr die Este aus, sodass diese Sandablagerungen immer höher werden. Von der HPA wurde der Einfluß durch das Mühlenberger Loch anerkannt. Nötig wären regelmäßige Ausbaggerungen. Darüber konnte aber die HPA nichts berichten, sodaß ein entscheidender Punkt unbeantwortet blieb.
Wir werden weiter über dieses Thema berichten, da auch unsere Mitglieder in Cranz in dieser Sache sehr aktiv sind.

Zum Thema Hochwasserschutz an der Este hielt H. Simon von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) einen guten und sachlichen Vortrag. Erst erläuterte er die ganze Verfahrensweise, die aus der europäischen Richtlinie und dem Wasserhaushaltsgesetz  resultiert.
Zu  der Buxtehuder Planung wurden einige klaren Aussagen getroffen:
– Buxtehude hat trotz Aufforderung der BSU die Hamburger Behörde erst garnicht und dann erst sehr spät informiert.
– Eine gemeinsame Vorgehnsweise oder Abstimmung wäre bessser gewesen.
– Hamburger Bürger haben in Vordeichgebieten immer rechtmäßig gebaut, so auch im Estebogen.
– Teile des Estebogens seien in seinen Überflutungskarten betroffen, nicht der ganze Bereich.
– Mit Buxtehude sollen jetzt die Datenerhebnung und Ergebnisse der Überschwemmungsgebiete aufeinander abgestimmt werden.
– die BSU begrüßt den Runden Tisch, der jetzt vom Landkreis Stade initiert wird.
In der nachfolgenden Diskussion  wiesen Bürger aus dem Estebogen darauf hin, dass das Kartenmaterial der Überschwemmungsgebiete so nicht stimmen könne, da das Hochwasser im ganzen Estebogen in die Keller laufen könne und auch das Schulgelände erreiche.
Danach machte sich bei den Bürgern die Empörung über die Buxtehuder Planung Luft. Mehrere Redebeiträge von sehr kompetenter Seite machten klar, dass das Planfeststellungsverfahren keine Chance hätte. Sie forderten die BSU auf, gegen das Planfeststelungsverfahren zu klagen.
Wir von der IG-Este wiesen darauf hin, dass der Runde Tisch jetzt eine große Chance ist. Hamburg  bzw. die BSU muß in dieser Runde den Einstieg in den ganzheitlichen Hochwasserschutz fordern, besonders im Oberlauf des Flusses. Wir führten aus, dass die Gemeinde Jork das auch machen werde und dieser Plan auch für Hamburg eine große Chance wäre. Außerdem forderten wir den Regionalausschuß zu einer einvernehmlichen Stellungnahme gegen die Buxtehuder Planung auf.
Unser Eindruck ist, dass sich der Widerstand gegen diese Planung weiter formiert. Mit der BSU werden wir auf jedem Fall im Kotakt bleiben. Wir haben weiterhin den Plan, die BSU für ein gemeinsames Vorgehen gegen die Buxtehuder Pläne zu gewinnen.

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