Deichbegehung mit Messband und Zollstock

Eine Deichbegehung der besonderen Art unternahmen Mitstreiter der IG-Este am Mittwoch, den 19. März 2014. Wir wollten alle Absenkungen der Estedeiche zwischen der Hover Brücke und dem alten Sperrwerk in Cranz auflisten. Wir haben zu dieser Maßnahme gegriffen, weil die IG-Este trotz wiederholter Bitten bisher vom Deichverband oder vom NLWKN keine verlässlichen aktuellen Messdaten zum Deichverlauf erhalten hat.

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Die Methode des Messvorganges war pragmatisch einfach: Es wurde ein Absperrband auf die beiden Deichkronen vor und nach der Absenkung gelegt und dann straff gespannt. Mit einem Zollstock wurde dann vom Absperrband bis zum tiefsten Teil der Absenkung  gemessen. Es wurde dabei von einer relativen Deichhöhe von 3,60m (bzw. 2,70m Cranz östliches Esteufer) ausgegangen. Bsp.: 3.60m Deichhöhe – Absenkung 1,20m = 2,40m Deichhöhe IN der Absenkung.

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Start war an der Hover Brücke auf der Königreicher Seite. Gleich die erste Absenkung, eine Überfahrt zu dem außendeichs gelegenen Obsthof, betrug mehr als ein Meter und war 20 Meter lang. Insgesamt haben wir 17 Absenkungen ausgemessen und aufgelistet, wie die Tabelle zeigt. Darüber hinaus sprechen die Bilder für sich. Kleine  Überfahrten, die lediglich geringe Höhenunterschiede zur Deichkrone aufwiesen, sind in unserer Auflistung nicht enthalten. Hier die Übersicht der Punkte von oben betrachtet:

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Unsere „Vermessungsmethode“ war natürlich nicht professionell. Sie zeigt aber sehr anschaulich, dass die Estedeiche unterschiedliches Höhenniveau und teilweise erhebliche Absenkungen aufweisen. Eine Auflistung der Absenkungen mit Positionsangaben könnt Ihr hier herunterladen. Wer Google Earth auf seinem PC installiert hat, kann sich die Absenkungen über diese Datei (ist aus technischen Gründen komprimiert und muss entpackt werden) in Google Earth anzeigen lassen.

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Die Buxtehuder Planung zum innerstädtischen Hochwasserschutz geht bekanntlich von einer Bestickhöhe von 4,0 m an der Untereste aus. Die Planer haben eine entsprechende Verordnung gelesen aber offensichtlich die Realität nicht in Augenschein genommen. Bei einem Wasserstand von 3,50m wären nicht nur die Häuser und Gärten entlang des Flusses gefährdet, sondern durch die vielen Absenkungen auch das Land hinter den Deichen.

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Mit unserer Aktion wollen wir nicht die gezeigten Überfahrten und Absenkungen kritisieren. Diese bestehen seit Jahrzehnten ohne Gefährdungen herbeizuführen. Wir sind aber entschieden gegen die Umwidmung der Untereste zum Hochwasserpolder, ohne die bestehenden Verhältnisse zu berücksichtigen.

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Wir fordern den ganzheitlichen Hochwasserschutz mit entsprechenden Rückhaltesystemen an der Obereste. Nur so können unsere seit Jahrhunderten bestehenden Dörfer erhalten bleiben.

 

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