Deichschau am 28.5. von Buxtehude nach Cranz

von Rainer Podbielski

An dieser Deichschau habe ich selbst für die IG-Este teilgenommen.
Sie begann um 10:00 Uhr am alten Speicher in Buxtehude. Der erste Abschnitt war relativ unspektakulär. Viele kleiner Dinge oder die Abarbeitung von vorherigen Auflagen wurden geprüft. Sicherlich eine sehr sinnvolle Vorgehensweise.
Zur ersten großen Meinungsverschiedenheit kam es im Ortszentrum von Estebrügge. Hier verlangte der Deichverband die Wiederherstellung von Deichscharten am Feuerwehrhaus der Gemeinde. Das sollte nur der Auftakt sein zur Herstellung aller Deichscharten, dort wo es nötig sein sollte.
Was denn nun? Gerede letzte Woche hat uns der Deichverband schriftlich auf Anftrage mitgeteilt, er plane über das Büro Galla Winkelstützmauern und Spundwände in Estebrügge.

Lebhafte Diskussion mit dem

Aber wo und wie wollte er uns nicht sagen. Auch jetzt ist weder klar, was er will noch wo er etwas will, denn die Daten der Überfliegung sind immer noch nicht ausgewertet.

Deichverband der II Meile

Erst wurde im Ort die fehlende Führung der Deichscharte an der Brücke moniert. Aber auf der Abschlussbesprechung informierte H. Hampe, dass die Brücke auf 3,85 über NN liege und nur dann Maßnahmen notwendig seinen, wenn die Tolerenz von 20cm unterschritten sei, also unterhalb von 3,80m. Alles noch nicht klar und H. Bode skizzierte das weitere Vorgehen mit der Bemerkung, man erst sorgfältig alle Überfliegungsdaten auswerten und dann zu Konsequenzen kommen.

Besonders geärgert hat uns bei der Diskussion im Ortszentrum die Behauptung eines Vertreters des Deichverbandes, man wolle ja nur die Leute vor dem Deich schützen – gerade so als wollten wir es nicht. Da muss man noch einmal ganz unmissverständlich klarstellen: nicht wir gefährden das Alte Land, sondern diejenigen, die im Hochwasserfall die Untereste als Aufstaubecken mit einer Pegelhöhe 3,50m planen. 

Mittagessen dann in der Gaststätte Holst mit anschließendem Zischenstatus. Mehrere Deichgeschworene und Deichrichter kritisierten H. Hampe heftig, dass er die nachgewachsenen Sprösslinge der Kopflinden hat herausreißen lassen. Das hätte so nicht im Protokoll gestanden und sei eben nicht beschlossen gewesen. Auch wurde richtigerweise von den Herren darauf hingewisen, dass, wenn die Kopflinden keine Deichgefährdung darstellen, auch das Denkmalschutzgesetz mit abgewogen werden müsse. Danach wollte ich mich noch zu Wort melden, aber H. Hampe entzog mir sofort das Wort und verpasste mir sofort einen Maulkorb.

Anschließend wurde der zweite Streckenabschnitt absolviert und danach fand die Abschlussbesprechung statt. Alle protokollierten Punkte wurden noch einmal abgestimmt. Danach informierte H. Bode die Anwesenden, dass ein Kläger aus dem Verbandsgebiet in Buxtehude gegen den Deichverband eine Klage eingereicht hätte, weil er die Rechtmäßigkeit der Deichbeiträge für Buxtehuder Bürger, die ausserhalb des Zuständigkeitsbereiches des Deichverbandes liegen, anzweifelte. In diese Diskussion haben wir uns nicht eingemischt. Denn trotz aller harten Meinungsverschiedenheiten mit dem Deichverband sind wir der Ansicht, dass die ehrenamtliche Tätigkeit der Deichgeschworenen und -richter Anerkennung verdient.

Die Deichschau wollte sich gerade auflösen, als ein Deichrichter noch einmal die Frage der Deichscharten in Estebrücke zur Diskussion stellte. Darauf stieg dann auch H. Toennies noch einmal groß in das Thema ein. Und so sah ich mich dann doch gezwungen in aller Schärfe diese Vorstellungen zurückzuweisen. So wie sich die Herren das vorstellen, wird es nicht gehen. Die Herstellung der 4m Deichhöhe mit geplanter Flutung der Staubeckens im Hochwasserfall bis 3,50m ü NN ist ein solcher Eingriff ins Eigentum – da wird ein lapidarer Brief des Deichverbandes oder des Landkreises nicht reichen. Mein Abschlusssatz war:

„Es kann nicht sein, dass bei Hochwasser alle Kühe an der Este von Wintermoor bis Buxtehude trockene Hufe behalten und wir das Wasser in unseren Häusern haben.“

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.