Die letzte Änderung der Schließordnung ist erst 2 Jahre her!

Mit diesem Argument wollen die Gegner einer Änderung der Schließordnung sinngemäß sagen: „Wir ändern nicht so schnell und häufig. Jetzt wird es wieder längere Zeit dauern, bis wir wieder reagieren.“
Hier haben sich die betreffenden Stellen nicht wirklich mit dem Sachverhalt auseinandergesetzt.
2015 haben wir den Vortrag des WSA gehört, der die damalige Änderung der Schließordnung begründete.

Die Este tritt über die Ufer

Die Fakten sind folgende:
Es gab zwei Gründe für diese Änderung.

Einerseits hatten sich viele Anlieger immer wieder über den hohen Wasserauflauf beschwert, speziell im Winter. Darauf wollte man reagieren.
Zweitens war der Wasserpegel in Emmen bei Moisburg automatisiert worden und sollte jetzt als eine Steuergröße für die Schließtabelle verwendet werden. Bis dahin hatte man immer nach dem Pegel in Rockstedt an der Oste gesteuert.
Bis Mai 2015 war der maximale Schließpegel im Sommer 720 cm PN (das sind 2,20m ü NN) und im Winter 740cm PN (2,40m ü NN).
Die letzte Änderung (bis heute) sah vor: im Sommer 730 cm PN (das sind 2,30m ü NN) und im Winter 720cm PN (2,20m ü NN).
Dazu musste man wissen, wie der jetzt neu gemessene Pegel in Emmen mit dem bisherigen Pegel in Rockstedt an der Oste korreliert. Die TU Harburg hat hierzu im Auftrag des WSA eine große statistische Untersuchung durchgeführt. Das ernüchternde Ergebnis war: Es gibt keinen systematischen Zusammenhang, auch wenn man komplizierteste mathematischen Methoden ansetzt. Man kann nicht vom Pegel Rockstedt auf den Emmen schließen und umgekehrt.
Die neue Schließordnung schien zwei Vorteile zu haben:
Die Schließhöhe für den Winterbetrieb wurde um 20cm abgesenkt.
Und die Steuerung des Estesperrwerks nach Pegelständen am Oberlauf der Este sollte zu besseren Ergebnissen führen als die bisherige Steuerung auf der Basis von Pegelständen an der weit entfernten Oste.
Die Nachteile der neuen Schließordnung waren:

Im Sommer wurde die Schließhöhe um 10cm raufgesetzt, da – so wurde es begründet  – durch geringere Schöpfwerksmengen trotzdem die 720 cm PN nicht überschritten würden.
Da kein Zusammenhang mit dem bisherigen Pegel Rockstedt bestand, war die Steuerung nach dem Innenpegel Emmen ein Neuanfang. Das musste nicht auf Anhieb stimmen, vielleicht hätte man später nachsteuern müssen.
Aber mit diesem letzten Argument haben auch wir zugestimmt und zusammen mit der Gemeinde Jork gesagt, man sollte die neue Schließordnung in der Praxis prüfen und nach einem Jahr die Erfahrungen auswerten. Dies ist nicht geschehen.

Darüber hinaus ist eine neue Information hinzugekommen. Durch die Messungen des WSA wurde festgestellt, dass die Uferkante an der Este
ca. 8 cm tiefer liegt als bisher für die Festlegung der Schließordnung angenommen.

Heute können wir eindeutig für die neue Schließordnung ab 2015 feststellen:
Die Schließordnung hat sich nicht durchgängig bewährt.
Im Winter hat sich die die Situation verbessert, ist aber mit 720cm PN immer noch nicht ausreichend.
Im Sommer hat sich die Situation deutlich verschlechtert. Hier muss – so wie im Winter – die Schließhöhe mindestens auf 710cm PN zurückgenommen werden.
Der Pegel Emmen sollte besser sein als der alte Pegel Rockstedt. Aber das hilft im Augenblick nicht weiter, wenn die Schließhöhen generell zu hoch angesetzt sind.
Da die Uferkante ca. 10 cm tiefer liegt, erklärt sich die kritische Situation für die Anlieger.

Gerade diese Situation gibt genügend Anlass jetzt die Erfahrungen der jetzigen Schließordnung auszuwerten und neu zu bewerten.

Es ist ganz offensichtlich:
Die maximale Schließhöhe darf die 710cm PN nicht übersteigen, und das ist nur ein Kompromiss, der nicht alle Einzelproblemfälle löst.

 

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