Ein Musterprojekt und die Vorstellung des Maßnahmenkataloges

Bericht von der KLEE – Veranstaltung am 25.1.2016:
Jetzt wurde auf der 5. und letzten Lernallianz des KLEE – Projektes – unter Einbeziehung aller Initiativen und Verbände – der abschließende Maßnahmenkatalog vorgestellt.
Vorab wurden drei weitere Studien vorgestellt: Zwei zum Thema Sandabtrieb und eine zur Marschentwässerung. Siehe dazu den extra Artikel unter diesem Link.

Jetzt zum Hauptteil dieser Veranstaltung:
KLEE steht für „Klimaanpassung Einzugsgebiet Este“. Für das Einzugsgebiet der Este muss man von einer 15%-igen Steigerung der Niederschläge ausgehen, die zu deutlich stärkerem Sandabtrieb und höheren Hochwasserereignissen führen werden.
Innerhalb von 2,5 Jahren waren von der Technischen Universität Hamburg Harburg (TUHH)

• die Verhältnisse im Flussbett und die Strömungsverhältnisse in der Este genau vermessen worden,
• Alle potentiellen Maßnahmen ermittelt worden,
• die Maßnahmen durch Anwendung von Messungen, wasserbaulichen Erfahrungen und Rechenmodellen bewertet worden.
Die Maßnahmenliste umfasst z.B. folgende Punkte:
• Flächenentsiegelung im Wassereinzugsgebiet, z.B. in Baugebieten
• Reaktivierung der Gewässerauen (Renaturierung)
• Teilweise altes Flussbett mit Mäandrierung wiederherstellen
• Angepasste Agrarbewirtschaftung in Flussnähe
• Rückhaltebecken im Oberlauf (7 potentielle Orte identifiziert)
• Hochwasserpolder im Marschgebiet
• Mündungsschöpfwerk
• Sandfänge
• usw.
Die Auswertung ergab für den Sandabtrieb und für das Hochwasser unterschiedliche Ergebnisse, sodass die Maßnahmenpakete getrennt behandelt wurden. Die Bewertung zeigte auch deutliche Unterschiede in der Wirksamkeit der Maßnahmen.

Klee Schaubild

Bzgl. Des Hochwasserschutzes waren Rückhaltebecken im Oberlauf und Polder am Unterlauf die wirkungsvollsten Maßnahmen. Viele andere Maßnahmen der Liste waren sinnvolle Ergänzungen zu diesen zwei wirkungsvollsten Alternativen.
Bzgl. des Sandabtriebes waren die Erhöhung der Rauigkeit des Gewässers und eine angepasste Agrarbewirtschaftung die wirkungsvollsten Maßnahmen, ergänzt z.B. mit dem Bau von Sandfängen.
Das Mündungsschöpfwerk wurde dagegen sehr negativ eingeschätzt. Dieses wurde damit begründet, dass es keine Ursachen im Oberlauf wirklich behebt und keinen Schutz im Oberlauf selbst bietet, sondern nur Folgen mindert. Speziell dieser Punkt führte zu einer kleinen kontroversen Diskussion.
Grundsätzlich wurden der wissenschaftliche Ansatz und die Ergebnisse des
KLEE – Projektes demonstrativ begrüßt.
Das KLEE Projekt ist vom Inhalt und von der Durchführung her ein echtes niedersächsisches Musterprojekt.
Gerade jetzt sollten sich doch planerische Alleingänge Buxtehudes verbieten, wenn solche überzeugenden Projektergebnisse vorliegen.
Deshalb kann man nur sagen: Dieses KLEE – Projekt darf nicht in der Schublade verschwinden.
Auf Basis dieses KLEE – Projektes muss jetzt ein Planungsprozess folgen.
Wir sind aber in dieser Beziehung ganz zuversichtlich. Die beiden Landkreise Harburg und Stade haben dieses Projekt mit Sicherheit nicht nur für die Schublade gestartet, sondern um den ganzheitlichen Hochwasserschutz weiterzuentwickeln.

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