Folgen des hohen Tideauflaufs: Nasser Deichfuß und Binsen am Deich

Ein weiteres Pro – Argument für eine Änderung der Schließordnung für das Innere Sperrwerk an der Este liegt im Bereich der Deichsicherheit, die durch die ständige Vernässung des Deichfußes gefährdet sein könnte.

Hier gehen die Meinungen durchaus auseinander. Im Deichverband gibt es ernst zu nehmende Meinungen, die besagen, dass ein guter Deich so etwas abkönnen muss.

Wir wollen deshalb unser Pro-Argument nicht überbewerten und auch nicht in den Mittelpunkt unserer Argumentation stellen.

Wir haben allerdings eine klare Meinung zu dem Problem.

Hier unsere Gründe:

  1. Durch das immer höher auflaufende Wasser läuft dieses sehr oft bis an den Deichfuß. Es läuft dann aber nicht immer wieder gut ab, sodass die Bereiche am Deich vernässen. An vielen Stellen von Estebrügge  Richtung Buxtehude kann sich die Grasnarbe am Deichfuß nicht mehr  halten. Sie wird zunehmend durch Binsen ersetzt.
    Hierzu ein Bild, dass das Problem deutlich macht. Dort wo Binsen stehen, ist es so nass, dass die Grasnarbe verschwunden ist.

    Binsen am Deichfuß und Deichvorland

  2. Sehr oft sieht man auf der Straße nach Buxtehude – insbesondere auf der Moorender Seite – , dass bei Tidehochwasser Wasser unten aus dem Deich läuft. Dann ist die Straße vor dem Deich nass. Einige Obstbauern haben auch berichtet, dass das Wasser dann auch aus Rissen in der Teerdecke heraussickert.
    Wie ist das möglich?
    Wer bei Tidehochwasser auf dem Deich steht, kann sehen, dass inzwischen der Hochwasserpegel über dem Straßenniveau der Deichstraße liegt. Das Wasser drückt also unter dem Deich durch, sodass es auf der anderen Seite austritt. Diese so durchnässten Bereiche werden nicht mehr zwischen den Flutzyklen abtrocknen.
  3. Der alte Deich, obwohl vom Deichverband in gutem Pflegezustand gehalten, steht größtenteils auf moorigem Grund.
    Dieses Hochwasser selbst ist nicht deichgefährdend. Aber wenn trotzdem einmal das Wasser hoch im Deich steht, dann sieht die Sache anders aus.
    Wir wissen, dass gerade bei Flussdeichen die Gefahr insbesondere von durchnässten und durchweichten Deichen ausgeht. Diese können dann dem enormen Wasserdruck nicht mehr standhalten. Die Gefahr geht dann davon aus, dass ein Grundbruch entstehen kann oder der Deich auf durchweichtem Untergrund einfach weggedrückt wird.
    Von diesen Gefahren müssen wir auch hier ausgehen. Gerade wenn ein mooriger Untergrund schon vom Grundzustand her nass ist und nicht mehr vernünftig abtrocken kann.
  4. Im Falle von Bäumen, Sträuchern, Beschattungen und anderen Dingen wird auch immer wieder von potentieller Deichgefährdung gesprochen. Dass gerade ein durchnässter Deichfuß und Binsensäume nicht dazugehören gehören sollen, entzieht sich unserer Logik.

Wenn dann auch die ganzen anderen Gefährdungen für Grundstücke, Häuser, Uferkanten und Uferbefestigungen hinzukommen, hat man doch allen Grund, durch die Änderung der Schließordnung die Gefahr zu entspannen. 10 – 20cm machen hier eine Menge aus. Viele der geschilderten Schäden und Gefahren wird dann vorgebeugt oder sie werden stark gemindert.

Es gibt keinen Grund die Schließordnung so zu belassen und die ganze Situation sich selbst zu überlassen. Das wäre nach unsrer Auffassung unverantwortlich.

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