Für eine Absenkung der Schließordnung ist ein mehrjähriges Planfeststellungsverfahren notwendig!

Nein, wir wollen sie nicht veralbern. Mit diesem Argument hat der NLWKN die Beibehaltung der bisherigen Schließordnung begründet.
Auch hier ist man erst einmal „baff“ angesichts der Dreistigkeit der Argumentation.

Anlieger an der Este kämpfen für ihre Interessen

Richtig ist: werden bauliche oder andere Änderungen an einem Fluss vorgenommen, müssen die Auswirkungen z.B. auf fremdes Eigentum berücksichtigt werden. Bei deutlichen Auswirkungen wäre dann auch ein Planfeststellungsverfahren notwendig.

Aber hier ist es doch gerade umgekehrt.

Seit vielen Jahrzehnten steigt das mittlere Tidehochwasser in Elbe und Este. Vor 30 Jahren lag es noch 30- 40cm tiefer. Ältere Mitbürger, die die Este noch aus den 50er und 60er Jahren kennen, berichten uns, dass im Vergleich zu diesen Zeiten der Hochwasserpegel noch viel stärker gestiegen ist. Ursache dafür sind klimatische Entwicklungen und viele Veränderungen an Elbe und Este.

Und nicht nur das. Im Zuge dieses Pegelanstiegs wurde die Schließordnung immer nach oben angepasst. Mit schlimmen Folgen: Anstieg des Grundwasserspiegels, Überflutungen von Gärten teilweise bis an die Häuser heran, Uferabbrüche und Fortspülen von Uferbereichen.
Und keiner kann sich darin erinnern, dass es jemals dazu ein Planfeststellungsverfahren gegeben hätte.
Gerade 2015 wurde bei der letzten Änderung der Schließordnung der Schließpegel im Winter um 20cm abgesenkt und im Sommer um 10cm erhöht. Beides ging ohne Planfeststellung.

Es kann doch nicht sein, dass man seit Jahrzehnten die Pegel ansteigen lässt ohne die Folgen für die Bürger im Planfeststellungsverfahren zu ermitteln. Aber wenn man die Sache überzogen hat und den Pegel auf „Oberkante Unterlippe“ zurückzunehmen müsste, geht plötzlich gar nichts mehr.
Diese bürokratische Blockade des NLWKN ist entlarvend. Die Interessen der Bürger zählen wenig. Typisch Bürokratie.

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