Kommentar zum Runden Tisch

von Rainer Podbielski

Welche Ernüchterung, als wir alle am 1.3.  den Bericht im Tageblatt über die Pressekonferenz von H. Roesberg und H. Bode lasen. Das war also der langersehnte Versuch, die widerstrebenden Interessen der Esteanrainer in einer ganzheitliche Planung zu bündeln.

Erinnern wir noch den Tageblattartikel vom 31.1., in dem H. Roesberg den Runden Tisch ankündigte: eine Gesprächsrunde mit Kommunen und Verbänden und danach ein Gespräch mit den Initiativen – so war es zugesagt worden.  Das ist also dabei herausgekommen. Anstatt Einbindung der Unterliger das Festklopfen von Fakten, eine Pressekonferenz mit Vorfestlegungen, ohne das wir überhaupt die Gelegenheit zu einem Gespräch erhalten haben. Stattdessen eine Publikumsbeschimpfung, die nicht nur wir als Esteanrainer, sondern alle Bewohner des Alten Landes auf sich beziehen können.

Nicht nur wir hatten uns bemüht, die Vorbedingungen für eine solche Runde so positiv wie möglich zu gestalten. Auch H. Roesberg hatte, wie es uns schien, vertrauensvolle Botschaften gesendet, die uns wirklich Hoffnung machten.

Immerhin wollen wir – bei all dem Ärger, den diese Pressekonferenz bei uns ausgelöst hat – positiv festhalten: H. Roesberg sagt mittel- bis langfristig  eine ganzheitliche Hochwasserschutzplanung  für die ganze Este zu, bei der sowohl Niederschlag  als auch Entwässerung der Marsch mit betrachtet werden sollen!

Eine solche Aussage muss man begrüßen!

Aber jeder wird verstehen, dass wie diese positive Aussage auf ihre Glaubwürdigkeit hin abklopfen. Von uns war eine Aussage  „sowohl (Buxtehude) – als auch (ganze Este)“ erwartet worden. Wir hätten zwar einen ganzheitlichen Ansatz aller Kommunen für sinnvoller gefunden, wollten aber auf keinen Fall Vorbedingungen stellen, die wir als kontraproduktiv angesehen haben. Also sagen wir: wenn Buxtehude das „sowohl“ betreibt, hat es offensichtlich das Recht dazu. Genauso haben  wir unsere rechtlichen Mittel im Planfeststellungsverfahren, um eine abschnittsweise, isolierte Planung abzuwenden.

Viel wichtiger war für uns die Frage, wie glaubhaft und konkret würde der Landkreis das „als auch“  deutlich machen. Vertrauensbildung war das Allerwichtigste in dieser Situation.

Und hier haben H. Roesberg und H. Bode eine echte Kommunikationskatastrophe angerichtet. Zwei Dinge wären wichtig gewesen:

Erstens: Es wird anerkannt, dass die übrigen Anrainer der Este ebenfalls ganz berechtigte Anliegen zum Hochwasserschutz haben, denen der Landkreis Rechnung tragen möchte. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, denn der Landkreis ist nicht nur für Buxtehuder Interessen da, sondern auch für die historischen Dörfer an Este und Lühe.

Zweitens: Es werden die nächsten konkreten Schritte zur ganzheitlichen Planung benannt, um die Entschlossenheit in diese Richtung deutlich und glaubhaft zu machen.

Beides bleibt aus: Anstatt Anerkennung unserer Problemlage ergehen sich beide Herren in einer Publikumsbeschimpfung. Der pauschalisierte Vorwurf des  illegalen Ausbaus von Kellern und der Schwarzarbeit ist ein echter Schlag unter die Gürtellinie. Es werden die alten Argumente zu Beginn dieses Konfliktes wiederbelebt, dabei viele Fakten verdreht oder übersehen. Da darf sich doch ein Landrat nicht wundern, wenn sich Leute verhöhnt fühlen und die Empörung um sich greift. Bis heute haben wir kein einziges Wort gehört, das die Dörfer an Este (und Lühe) als Schutzgüter anerkannt werden, denen sich der Landkreis verpflichtet fühlt.

Stellt H. Roesberg sich so eine zukünftige Zusammenarbeit vor?

Und wie konkret sind die Verweise auf eine ganzheitliche Planung. Ganz bewusst wird erstmal die Gründung des Unterhaltungs- oder Hochwasserschutzverbandes abgelehnt. Dabei wäre dieses der erste, naheliegende Schritt gewesen, den auch schon viele außerhalb der IG-Este gefordert haben. Und eine Aussage, dass damit verbunden ein weitergehender Planungsprozess incl. Beantragung von Planungsmitteln geplant sei, wäre absolut möglich gewesen. Stattdessen nur eine vage Aussage, man wolle mit Hannover reden.

Einige ausgewiesenen Befürworter der Buxtehuder Planung haben uns vor dem Runden Tisch gesagt, die bekundete Gesprächsbereitschaft des Landkreises  ende ohnehin am 25.5.  Wir hätten ohnehin keine Chance.  Soll diese zynische Betrachtung aus Buxtehuder Sicht letztendlich Recht behalten? H. Roesberg, kann nicht erwarten, dass wir stillhalten und uns so behandeln lassen. Wo bleiben konkrete Zusagen? Jetzt kommt es nicht auf Vertröstungen, sondern auf Taten an.

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