Landrat Roesberg macht Druck

Unter dieser Überschrift konnten wir schon im März diesen Jahres im BT lesen, dass Landrat H. Roesberg zusammen mit den Landräten von Cuxhaven und Harburg sowie mit den verantwortlichen Deichverbänden bei einem Treffen mit der uns wohlbekannten Staatssekretärin Fr. Kottwitz die Erhöhung der Außendeiche an der Elbe eingefordert haben.

Was dabei auffällt ist, dass der Ton deutlich rauer geworden ist.
Jetzt wird offensichtlich Tacheles geredet und vollkommen zu recht.

Seit Jahren rechnet der NLWKN über neue Deichhöhen, während Hamburg schon mitten in der Planung und Umsetzung ist. Eine Deicherhöhung von mindestens 80cm Höhe ist notwendig. Anstatt immer wieder neu zu rechnen, wäre es die Aufgabe des Landes Niedersachsen gewesen, die Berechnungen und notwendigen Deichhöhen mit den Nachbarbundesländern abzustimmen.
Dabei wäre es auf zweierlei angekommen:
– Einerseits darf man keinen Metropolzuschlag von Hamburg akzeptieren und damit die niedersächsischen Küstenbereiche als Sollbruchstelle auszuliefern.
– Und man darf keine langen Zeitverzögerungen haben, wenn die Nachbarländer Fakten schaffen.
Damit scheint die Umweltbehörde in Hannover überfordert oder nimmt die Sache nicht wirklich ernst.
Auf der Deichschau an der Este im April nutzte H. Roesberg die Situation und machte zu dieser Lage gegenüber der Öffentlichkeit erneut klare Aussagen. Und kürzlich legte er anlässlich des Empfangs der Deichverbände im Kreishaus erneut nach. Hier wurde Staatssekretärin Fr. Kottwitz direkt aufgefordert, endlich aktiv zu werden. Wir konnten es in der Presse nachlesen.
Es geht auch wirklich um sehr viel.
Das mittlere Hochwasser an Nordsee und an der Elbe steigt ständig. Wir wehren heute Sturmfluten ab, die 1962 noch in einer Katastrophe endeten. Allein in unserem Kreisgebiet liegen zwei Städte, viele große Ortschaften, Industriegebiete im Stader Umfeld und ein ausgedehntes Kulturland mit Obstbaumkulturen. Es geht um Menschenleben und um Werte der dort lebenden oder arbeitenden Bewohner.
Notwendig dagegen ist ein abgestimmter Küstenschutzplan aller an der Elbe angrenzenden Bundesländer.
Auch wenn wir uns intensiv für einen Hochwasserschutz an Este und Lühe/Aue einsetzen: der Sturmflutschutz an Nordsee und Elbe ist vom Katastrophenpotential und der Gefährdung auf jeden Fall höher und wichtiger einzustufen.  An einem Fluss kann man, so wie jetzt an Lühe und Este geplant, entlang sehr vieler Flusskilometer einen Hochwasserschutz entwickeln. Aber wenn eine Sturmflut in die Elbe hineindrückt, dann müssen die Deiche halten. Es gibt nichts anderes.
Darum heißt es ja auch: “Wer nicht deichen will, muss weichen.“
Der Druck der Landräte auf Hannover wird sicherlich weitergehen.
Die Deicherhöhung an der Elbe steht aktuell auf der Tagesordnung. Die Deichverbände stehen in den Startlöchern. Wir brauchen klare Vorgaben und Planungsfinanzierungen – jetzt.
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