Neues Bestick für die Este? oder NLWKN Lüneburg auf Kriegspfad gegen die Esteanlieger

Letzte Woche erreichte uns eine Einladung von H. Petersen, dem neuen Chef des NLWKN in Stade.
Ziel war es, dass H. Petersen uns die vorläufigen neuen Berechnungen zur Bestickhöhe der Estedeiche vorstellen wollte. Anwesend waren der LK-Stade, die Gemeinde Jork und die Stadt Buxtehude.
Wir haben diese Einladung und Veranstaltung sehr begrüßt.

Deichlinie in Estebrügge

Wir hatten das auch als ein Zeichen gewertet, einen offenen Dialog mit den betroffenen Anliegern zu führen.

Es sollte allerdings anders kommen!

Zuerst stellte H. Petersen sehr sachlich und verständlich die alten und jetzt neuen Berechnungen zur Bestickhöhe vor. Die alte Berechnung ergab eine Aufstauhöhe in der Este von 3,50m ü. NN und mit dem Sicherheitszuschlag (Freibord) von 0,50m ergab sich damals zusammen eine Bestickhöhe von 4 m.

Neue Berechnungen:

Die neuen Berechnungen kamen jetzt nur noch auf 3,06 m ü. NN.  Soweit H. Petersen. Damit konnten wir uns sofort ausrechnen, dass mit einem Freibord von knapp 0,5m sich rechnerisch nur noch etwa 3,50m ergeben würden. Auf Nachfrage kommentierten wir den Vortrag von H. Petersen sehr positiv und vom Ergebnis als etwas, dass man erwartet hätte.

Zur Erinnerung:
Uns war verschiedentlich gesagt oder angedeutet worden, dass man die 4 m gar nicht benötigt, sondern eigentlich eine Höhe von ca. 3,70 ausreichend wäre. Und die Berechnungen der Fachleute geben jetzt auch niemals mehr die Höhe von 4 m her.

Bei 4m läuft die Deichhöhe durch die Häuser entlang der Bebauung an der Este. Absperrungen zwischen den Häusern oder an den Haustüren wären bei vielen Häusern die Folge. Eine reduzierte Höhe hätte schon viele Vorteile für die Anlieger, denn für viele Häuser wäre die Mindesthöhe jetzt schon erreicht und es wären keine weiteren Maßnahmen notwendig (von 2 Stellen abgesehen)

Alles schien auf einem guten Weg. Aber dann kam der NLWKN aus Lüneburg!

Er (NLWKN Lüneburg: H. Gossen, H. Strüfing) sprach sich absolut dagegen aus, dass der Bestick reduziert wird. Man sagte sogar, dass man früher sogar 4,50m gehabt hätte (??). Sie kritisierten den Deichverband, dass er den Bestick nicht hergestellt hätte.
Außerdem bräuchte man zusätzliche Sicherheiten für zukünftige Klimazuschläge.

Unsere Argumente:

Die Argumente von unsrer Seite, dass man doch jetzt über Hochwasser aus dem Hinterland spreche und die zukünftige Estepartnerschaft einen Plan für die gesamte erarbeiten wolle, wurden weggewischt. Nicht nur, weil es noch einige Jahre dauern wird, bis wirklich gebaut wird. Die neuen Pläne zur Estepartnerschaft wurden eher abschätzig kommentiert. Er wurde klar: der NLWKN-Lüneburg hat mit ganzheitlichen Hochwasserpartnerschaften entlang der Flüsse nicht wirklich viel am Hut.

NLWKN Lüneburg sucht den Konflikt mit uns. Wir wollten eigentlich die ganze Situation beruhigen.

Unser Argument, dass man in einer Situation, wo man eine Estepartnerschaft gründet und eine viel niedrige Aufstauhöhe berechnet, jetzt den Bürgern genau das Gegenteil zumuten wolle, sei doch unklug. Man solle vielleicht nur moderat auf 3,80m absenken, dann hätte man immer noch Sicherheitsreserven aber würde ein sehr positives Signal an die Bewohner der Estedörfer aussenden. Dieses Argument wurde komplett weggewischt.
Ja es schien sogar so, dass der Streit mit uns bewusst gesucht wurde anstatt nach Kompromissen zu suchen.
Als ein Mitglied des DV dann kommentierte, wenn es so gewollt sei, müsse man dann eben als DV neue Mitt
el zur Deicherhöhung einfordern, ruderten einige wieder etwas zurück aber blieben bei der ablehnenden Haltung.
 Das wäre dann doch zu peinlich, wenn eine Estepartnerschaft startet, die Aufstauhöhen um einen halben Meter niedriger ausfallen und trotzdem hohe Investitionsanträge für Deicherhöhungen und Deichbefestigungen hätten offiziell begründet werden müssen.

Was passiert jetzt?

Der Deichverband sagte zu, die Toleranzbreite von 3,80 m ü. NN voll anzuwenden und auch dann seien nur wenige Stellen vorhanden, wo man noch etwas machen müsste.
Wir begrüßten diese Stellungnahme und schlugen vor, sich gemeinsam davon an der Este zu überzeugen, wo und wieviel noch gemacht werden müsse. Darauf einigten sich alle.
Damit wollen wir sicherstellen, dass auf die Esteanlieger keine neuen Lasten zukommen.

Grundsätzliche Kritik:

Wir waren über diesen massiven und in der Form aggressiven Gegenwind aus Lüneburg
erstaunt. Aber gerade jüngst hatte der NLWKN auch in der Frage der Schließzeiten des inneren Sperrwerkes, dass immer wieder zu Hochwasserlagen in der Este führt, eine knallharte Haltung eingenommen, die sich gegen die Anlieger der Este richtete und zugleich juristisch und technisch auf äußerst schwachen Beinen stand. Dazu später mehr in einem separaten Artikel auf dieser Webseite.

Hier nur so viel:

Wer geglaubt hat, mit der neuen Estepartnerschaft würde jetzt insgesamt eine Phase von Zusammenarbeit und integrierten Hochwasserschutz kommen, hat die Rechnung ohne den NLWKN – Lüneburg gemacht.

Wir üben schärfste Kritik am NLWKN – Lüneburg.

Der NLWKN ist offensichtlich auf Kriegspfad gegen die Anlieger an der Este.

Wir werden uns weiterhin für einen integrierten Hochwasserschutz einsetzen:

  • Mit gemeinsamen und abgestimmten Plänen, die alle Esteanrainer umfasst 
  • Und mit realistischen Bestickhöhen für die Tideeste.
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