Neues von der Este

Am 19.9. fand die Betriebsausschusssitzung der Buxtehuder Stadtwerke statt. Diesmal standen mehrere Themen in Zusammenhang mit der Este auf der Tagesordnung und wir haben deshalb – wie immer- als Zuhörer an der Sitzung teilgenommen.

Über drei Themen wollen wir kurz berichten.

Schutz der Vivergärten im Hochwasserfall:

Wie bekannt, ergaben die neuen Zahlen des NLWKN, dass nur noch die Vivergärten durch den Hochwasserrückstau am Cranzer Sperrwerk betroffen sind und nicht mehr große Teile des Stadtgebietes. Deshalb ist das Planfeststellungsverfahren zu den Minideichen offiziell eingestellt worden. Immerhin: die Vivergärten würden im Hochwasserfall 10-20 cm überschwemmen und hier muss eine entsprechende Schutzmaßnahme getroffen werden.

Es handelt sich aber nur um ca. 12000 Kubikmeter Wasser, die durch eine 20-30cm höher gelegten Weg auf der Westseite der Viver nicht mehr in die Schrebergärten laufen könnten. Alternative Ideen, wie transportable Hochwasserabwehr (z.B. Flutschutzwände oder Schläuche) wurden aus Funktions- und Kostengründen verworfen.

Für uns Unterlieger ist diese Wegeanhebung unerheblich. Im Hochwasserfall würde der Estespiegel bestenfalls um einige Millimeter steigen, sodass wir diese Maßnahme auch für geeignet halten, um dem Hochwasser in Buxtehude zu begegnen. H. Dittmer , Betriebsleiter der Stadtentwässerung, stellte dar, dass auch eventuell noch einige wenige Maßnahmen zum Objektschutz notwendig werden. In 2020 solle außerdem im Oberlauf, dort wo die Stadt Buxtehude auf eigenem Grund Sandfänge baut, auch eine entsprechende Ausgleichsfläche geschaffen werden.

Estepartnerschaft:

Alle Parteien der Estepartnerschaft (bis auf eine Ausnahme aus dem Oberlauf) haben entweder den Kooperationsvertrag bereits unterschrieben oder haben in ihren Gremien entsprechende Beschlüsse herbeigeführt. Dies ist ein großer Erfolg dieser Landkreisinitiative!!
Die Estepartnerschaft hat sich unter Führung Buxtehudes bereits an die Arbeit gemacht. Als erstes soll ein Antrag auf Förderung durch das Ministerium gestellt werden und es haben bereits Gespräche stattgefunden.

Erstaunlicherweise wurde der Estepartnerschaft mitgeteilt, dass eine präventive Klimamaßnahme und ein präventiver Hochwasserschutz, der über das hundertjährige Ereignis hinausgeht, nicht förderfähig sind. Dies traf bei allen auf ein vollkommenes Unverständnis. Die Landesregierung und der jetzige Umweltminister, H. Lies, haben den vorbeugenden Hochwasserschutz gerade zur Priorität gemacht. Dies ist aber wohl noch nicht in der Vergaberichtlinien angekommen. Hier fallen politischer Anspruch und Förderwirklichkeit noch auseinander.
Das Thema ist aber noch nicht am Ende. Die Bemühungen um eine adäquate Finanzierung des Hochwasserschutzes an der Este werden weitergehen. Wir gehen fest davon aus, dass alle beteiligten Stellen aus Politik und Verwaltung in Hannover für eine entsprechende Finanzierung streiten werden.

Antrag: Ostviver wieder öffnen.

Die SPD stellte den Antrag, die Schleusen zum Viver und Fleth wieder zu öffnen, um das Wasser in der Ostviver und im Fleth zu verbessern. Ziel sei es, der Verschlammung vorzubeugen und im Falle des Hochwassers einen besseren Abfluss zu haben.
H. Dittmer wies darauf hin, dass der Schwachpunkt des Hochwasserschutzes die Westviver ist, die im Falle des Rückstaus über die Ufer geht. Würde man die Ostviver öffnen, erreiche man das Gegenteil, nämlich ein kritischeres Hochwasser in den Vivergärten. Uns leuchteten diese Argumente ein, denn auch wir als Unterlieger könnten davon betroffen sein.
Für eine Vorbeugung gegen das trübe Wasser müssten nach Aussage H. Dittmers eine
6-stellige Investition getätigt werden. Deshalb wurde auch dieser Vorschlag verworfen.

Wir fügen noch folgendes Argument hinzu: Wolle man die Verschlammung in Viver und Fleth wirkungsvoll begegnen, müsste man u. E eine solch starke Strömung erzeugen, die alle Sinkstoffe mitnimmt. Dieses ist kaum zu erzielen und im Hochwasserfall kritisch.

Man wird damit leben müssen, dass die Viver und Fleth in großen Zeitabständen gereinigt werden müssen.

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.