Offener Brief mit Fragen an den NLWKN

Sehr geehrter H. Pudimat,

ich möchte noch einmal auf unser Gespräch vom 16. April zurückkommen.
Dieses Gespräch hat bei uns in der IG-Este – auch in der Nachbetrachtung innerhalb unserer Organisation – erheblichen Ärger und Unverständnis ausgelöst.
Der in der Gesprächsrunde bei H. Roesberg am 16.4. zustande gekommene Konsens aller relavanten Kommunen und Verbände war sicherlich ein Meilenstein, um für den Hochwasserschutz an der Este zu einer abgestimmten Vorgehensweise zu kommen.

Generell ist aber der Eindruck entstanden, dass sie (NLWKN) keineswegs  hinter dem – angeblich einvernehmlichen – Ergebnis der Gesprächsrunde von H. Roesberg stehen. Wir haben sogar den Eindruck, dass sie die Gegenreaktion gegen diesen sehr sinnvollen Weg der ganzheitlichen Planung an der Este und des Ausgleichs aller Anliegerinteressen  organisieren. Mehrere Äußerungen waren in diesem Zusammenhang absolut unakzeptabel. So zB. die Festellung, das WHG ziele nicht auf den ganzheitlichen Hochwasserschutz, sondern man könne auch als Risikovorsorge ein Busunternehmen beauftragen, dass uns alle im Falle des Hochwassers evakuiert ( H. Schuermann am 16.4. 2014 in Stade). Das und mehrere andere Äußerungen halten wir für absolut zynisch und der NLWKN fällt viele Monate hinter dem erreichten Diskussionsstand zum Hochschutz an der Este zurück.

Wir denken, das der NLWKN sich in dieser für die interessierte Öffentlichkeit so wichtigen Frage auch öffentlich klar äußern muss! 

Dazu noch einige Fragen von unserer Seite, die sie uns bitte beantworten mögen:
1.  Steht der NLWKN zu dem Ergebnis einer ganzheitlichen Planung für die Este, so wie es auf der Gesprächsrunde bei H. Roesberg einvernehmlich festgestellt wurde.
2.  Sieht der NLWKLN die historische Deichbebauung an der Este  im Alten Land auch als gleichwertiges Schutzgut an, so wie es inzwischen alle relevanten politischen Kräfte der Region bereits tun?
3.  Ist der NLWKN bereit, seine Handlungsweise diesem politischen Willen unterzuordnen?
4.  Wenn nein, warum glaubt der NLWKN, das ganze Hochwasserproblem ausgehend vom Oberlauf und in Buxtehude nur im Unterlauf der Este lösen zu können?
5.  Lässt sich der NLWKN nur von finanziellen Fördersetzen (100% für Küstenschutzmaßnahmen) leiten?
6.  Bisher wurde vom NLWKN öffentlich behauptet, die veranlasste Überfliegung unserer Region mit einem Spezialmessflugzeug hätte auch den Zweck, die Deichhöhen exakt zu ermitteln. Warum wird dieser Plan nicht weiterverfolgt? Warum ist die Auswertung der Überfliegungsdaten gestoppt worden?
7.  Wieso wurde überhaupt die Überfliegung in Auftrag gegegeben, wenn man die Daten weder selbst auswerten kann aber auch nicht gewillt ist, die Daten von einer Fachfirma auswerten zu lassen?
8. Was hat die Überfliegung überhaupt dem Land Niedersachsen gekostet?
9. Warum weigert sich der NLWKN, die Rohdaten interressierten Parteien zur Verfügung zu stellen?
10.Wieso wollen sie jetzt nur Auswertungen bei Fachfirmen nur zulassen, wenn wir dafür die Kosten übernehmen ( so wie H. Schuermann es am 16.4. formuliert hat)?

In Erwartung Ihrer Antwort verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen

Rainer Podbielski
Sprecher IG-Este

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.