Reisebericht zu den Sielen und Schöpfwerken im Wangerland/Ostfriesland

Termin : 14.Juli 2016
TN :  Arno Hagenah, Bernd Voltmer, Johann Suhr und Christian Janz
Ziel der Exkursion war, die Situation an der Nordseeküste mit der im Alten Land zu vergleichen.
Besonders interessierte uns die Bebauung in der Nähe der Deiche sowie die Ausstattung der
Siele und Schöpfwerke.
Erstes Ziel : Harlesiel
Südlich des zur Nordsee offenen Hafens befindet sich das „Sielgebäude“ mit integriertem
Schöpfwerk westlich der ebenfalls angegliederten Schleuse als Zugang zum Binnenhafen, der südlich dieses Komplexes liegt, dieser kann mit der ca. 400 m entfernten Friedrichsschleuse zum Binnenland abgeschottet werden.
Mehrere Gebäude befinden sich innerhalb der 50 m – Grenze vom NORDSEE-Deich! Auch im westlichen Binnenhafen gibt es Neubauaktivität!

Durch Zufall konnten wir mit Herrn Pelka von der Sielacht Wittmund sprechen, er führte uns durch das Schöpfwerk und erklärte dessen Arbeitsweise: bis zu 3 Pumpen mit einer Leistung von insgesamt 24 cbm/s halten das Hinterland trocken. Aber bereits bei Zuschaltung der 3.Pumpe muss der Schöpfwerkmeister darauf achten, dass die Pumpen nicht zu viel Wasser aus dem Hafen entnehmen, da sonst die darin befindlichen Boote trockenfallen! Der Grund hierfür liegt im fehlenden Gefälle des Geländes, bei Volllast bekommen die Pumpen nicht ausreichend Wasser zugeführt.

 

DSC04916
DSC04902
Das nächste Ziel : Neuharlingersiel
Das Schöpfwerk befindet sich hier ebenfalls an der Grenze zum Hafen, der zur Nordsee offen ist.
2 Pumpen entwässern das Hinterland, in unmittelbarer Nähe zum Seedeich und rund um das Hafenbecken gibt es Bebauung. Im Bereich des Hafens bilden die Häuser zusammen mit Schutzwänden ähnlich wie im Alten Land die Deichlinie! Ein massives Holztor sichert den Zugang zum Hinterland.
Dritter Anlaufpunkt : Bensersiel (Esens-Bensersiel)   
DSC04938
Die Lage des Sielbauwerkes ist ähnlich wie bei den vorgenannten Ortschaften, Hafen zur Nordsee offen, Bebauung am und vor dem Seedeich!
Siel schließt das Benser Tief seewärts ab. Hier haben wir keine Pumpen feststellen können.
Zuletzt :  Dornumersiel/Accumersiel
Situation wie vor, Siel – und Schöpfwerkgebäude schließen nördlich gelegenen Hafen, der zur Nordsee offen ist, zum Hinterland ab. Südlich des Sielgebäudes befindet sich ein Freizeitareal um den Mahlbusen herum.
Bebauung ebenfalls in zahlreicher Form auf, hinter und vor dem Seedeich.
Hervorzuheben ist hier, dass durch den enormen Strombedarf die entsprechenden Trafos (3 Stück ) neben einem Extragebäude im Freien stehen.
DSC04939
Pumpen

FAZIT :
Überall an der niedersächsischen Nordseeküste gibt es hervorragende Bauwerke für den Küstenschutz in Form von Deichen, Sielen mit und ohne Schöpfwerk oder sogar Schleusen.
Eine Bebauung auf, vor und hinter den Deichen, wie man es im Alten Land verhindern will, ist hier KEIN PROBLEM.
Vor diesen Hintergrund fragt man sich, ob die Altländer nicht doch bewusst im Unklaren über die Möglichkeiten des NDG gehalten wurden.  Liegt es möglicherweise daran, dass die Staatssekretärin Kottwitz aus Ostfriesland kommt und deshalb die entsprechenden Mittel dort immer bereitstanden und weiterhin bereitstehen??

FORDERUNG :
Staatssekretärin Kottwitz, als treibende blockierende ) Vertreterin des Umweltministeriums, die das von ihr geschaffene Niedersächsische Deichgesetz ( NDG ) für vollkommen und unverzichtbar hält, muss verpflichtet werden, im Rahmen der verfassungsgemäß anzuwendenden Gleichbehandlung aller Bewohner Niedersachsens die Bewohner des Alten Landes hinsichtlich der Ausstattung ihrer wasserwirtschaftlichen Notwendigkeiten endlich mit den Bewohnern Ostfrieslands gleichgestellt werden!
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.