Scherbenhaufen Minideichplanung: Keine Schadenfreude – aber Hoffnung

Wir wollen uns einleitende Worte zur Minideichplanung sparen. Jeder kennt sie und weiß, wie wir Esteanlieger darüber denken. Auch kennen viele die immer neuen und verwirrenden Berechnungen des NLWKN, die wir schon oft regelrecht auseinandergenommen haben.
Am letzten Mittwoch, den 28.9., fand die Betriebsausschusssitzung der Stadtwerke Buxtehude statt, auf der die Stadtwerke – in der Regel in Person von H. Dittmer als Chef der Stadtentwässerung – Ratsmitgliedern über den Stand der Vorhaben berichtet.
Diesmal stand wieder die Minideichplanung auf der Tagesordnung.
H. Dittmer berichtete über die neuen Zahlen von H. Schuermann. Die Folge des neuen und deutlich erhöhten maximalen Durchflusses des Hochwassers von 38,74 m3/sek durch Buxtehude (so wie in 2002 geschehen) ist tatsächlich erheblich. Das nicht schadlos abgeführte Hochwasser verringert sich gewaltig und somit alle darauf basierenden Planungen. Aber auch der maximale Abfluss, wie auf Basis des Emmenpegels hochgerechnet, ist zu hoch angesetzt. Damit sind nicht nur die Planungen auf falscher Grundlage entstanden, sondern auch die Ermittlung der Überschwemmungsgebiete (ÜSG) im Stadtgebiet sind damit fehlerhaft.
Für den Lastfall 2 mit geschlossenem Sperrwerk in Cranz hat sich im Rahmen einer Doktorarbeit an der TUHH ergeben, dass die Häufigkeit von Sperrwerksschließung und HQ5- Starkregen eher einem 1000-jährigen Ereignis gleichkommt, als einem 100-jährigen, so wie vom NLWKN behauptet. Damit sind auch die ÜSG-Gebiete durch den Wasserrückstau aus der Untereste vollkommen überzogen gerechnet.
Damit steht die Buxtehuder Planung vor einem Scherbenhaufen.
– Mehrere Jahre Zeit verloren
– Planungsgeld vollkommen umsonst ausgegeben
– Und eine vorläufige Sicherung von ÜSG – Gebieten im Stadtgebiet, die offensichtlich auf vollkommen falschen Zahlen beruht.
Auch wir sagen: Das ist nicht H. Dittmer oder der Stadt Buxtehude anzulasten, sondern einzig und allein dem NLWKN, insbesondere der Betriebsstelle Stade.
Man muss H. Dittmer vielmehr dankbar sein, dass er so klare Worte in seiner schonungslosen Zustandsbeschreibung gefunden hat.
Deshalb verbietet sich jede Schadenfreude darüber, dass die Stadt Buxtehude durch Verschulden des NLWKN jetzt vor einem Scherbenhaufen steht.  Buxethude ist übel mitgespielt worden – durch die einseitigen, verborten und fast ideologischen Vorstellungen des Umweltministeriums, das letztlich zusammen mit dem NLWKN  Buxtehude in diesen Weg gezwungen hat.
Aber es gibt auch Hoffnung.
Der Scherbenhaufen ist gar nicht so groß, wie vielleicht viele Ratsmitglieder jetzt spontan empfinden.
Es gibt das bereits abgeschlossene KLEE- Projekt. Hier ist im Rahmen des Projektes weit vorgedacht und vorgearbeitet worden. Es gibt Fördermöglichkeiten auch für Retentionsvorhaben im Oberlauf der Este, die bisher nicht bekannt waren. Die Landkreise machen sich auf den Weg, nach KLEE zu einer Umsetzung zu kommen. Am 21.11. soll darüber offiziell von den Landkreisen berichtet werden.
Es ist der Stadt Buxtehude zugute zu halten, dass sie in den letzten 3 Jahren konsequent am KLEE-Projekt festgehalten hat und es selbst vorangetrieben hat.
Um die ersten Früchte des KLEE-Projektes zu ernten, muss man nicht 30 Jahre warten, wie sich Ratsmitglieder kürzlich in der Lokalpresse geäußert hatten. Die Umsetzung von KLEE wird sicherlich in Etappen geschehen, sodass man gestaffelt schon früher in den Vorteil von einzelnen Hochwasserschutzmaßnahmen kommt. Wenn jetzt auch Buxtehude als kommunales Schwergewicht in die KLEE – Umsetzung einsteigt, ist das sicherlich nur positiv zu sehen.
Die Forderung Buxtehudes muss es jetzt sein, dass die Berechnung der ÜSG-Gebiete als fehlerhaft vom NLWKN zurückgezogen wird. Damit könnte dann auch die vorläufige Sicherung als Überschwemmungsgebiet aufgehoben werden.
Alles andere wäre unzumutbar. Man kann eine Stadt mit ihrer ganzen städtebaulichen Entwicklung nicht auf Basis solcher falschen Berechnungen behindern.
In dieser Frage hat Buxtehude unsere volle Unterstützung.
Darüber hinaus setzen wir auf gute Zusammenarbeit in der KLEE – Umsetzung und wollen unseren Beitrag dazu leisten.

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