Teilnahme an der DEICHSCHAU des Deichverbandes 2. Meile am 14.5.2014

von Dirk Weber und Jens Dammann

Die Deichschau begann gegen 10:30 Uhr am Lühesperrwerk. 26 beteiligte Teilnehmer (Deichverband [DV], Gäste und zwei Teilnehmer von der IG-ESTE (Dirk Weber und Jens Dammann), darunter ein Reserveoffizier der Bundeswehr (er dient als informelles Verbindungsglied zwischen DV und Bundeswehr im Katastrophenfall) sowie der Leiter des  Umweltamts  LK  Stade, Herr Köhnlein.

Erster und einziger Schaden wurde uns von Herrn Tönjes (Technischer Berater des DV) direkt am Lühesperrwerk demonstriert: Die Kupferschlackeböschung ist im Tidebereich dort auf ein paar Quadratmetern  hohl geworden, Steinbrocken fehlen und der schiere Untergrund liegt dort bloß.  Diese Schadstelle liegt ca. 30m nördlich des Sperrwerks auf dem Ostufer. Hier ist  durch fehlerhafte Vertragsgestaltung der Deichverband 2. Meile noch in der Kostenpflicht der Unterhaltung und nicht der Bund.  Der Schaden wird nahezu kostenfrei ausgebessert durch Restmengen von Kupferschlacke von Ausbesserungsarbeiten der gegenüberliegenden Seite 1. Meile / Lüheanleger durch den Bund.

Weitere Deichschau erfolgte zügig bis zum Fährhaus Kirschenland ohne viel Zeit für kritische Beobachtungen. Im Kirschenland gab es eine Frühstückspause mit Kaffee und Schinkenbrot.  Oberdeichrichter (Uwe Hampe)  begrüßte die Gäste und hielt eine kurze Ansprache. Vom NLWKN war niemand erschienen (Dies wurde von Seiten der IG-Este mit Unverständnis aufgenommen). Dirk Weber erläuterte sein spezielles Interesse wegen der Bestickerhöhung Hamburgs um 80 cm bis zur Landesgrenze ohne Konsequenz und Abstimmung mit Niedersachsen. (Anmerkung IG-ESTE: Z.Z. stehen auf niedersächsischer Seite noch keine Gelder für eine Erhöhung auf das gleiche Niveau bereit). Kommentar von F. Tönjes: Niedersachsen arbeitet zur Zeit an der Errechnung der neuen Bestickhöhe für den Niedersächsischen Deichabschnitt.

Zügiger Weitermarsch über Neuenschleuse Yachthafen bis zum Schäfer. Hier wurde von Gerd Lefers der Zustand der hohen Weiden moniert. Er sieht hier Gefahren durch Treibholz und fordert den Rückschnitt auf 4 m der tw. morschen Gehölze. Die Weiden im Außendeich stehen unter FFH-Naturschutz. Für einen Rückschnitt soll die Zustimmung der Naturschutzbehörde beantragt werden.

Dies Bäume sind nicht mehr zu retten

Zwei Abschnitte mit Verdacht auf Absenkung nach Luftmessung durch Bundeswehr 2012 wurden betrachtet, jedoch ohne Bestätigung eines solchen Befundes. Nach Ermittlung der Höhen und evtl. Deicherhöhung könnte der Treibselweg zwischen Yachthafen und Schäferei erhöht werden, und ebenso der landseitig Deichverteidigungsweg wo ständig Wasser steht.

Um 12:00 Uhr bei Schäferei musste Dirk Weber wg. anderer Termine die Gruppe verlassen. Weiteres Programm war Weitermarsch durch den Zaun  West. Vor dem Hafen Hahnöfersand stehen zwischen Steinschüttung und Deich 200 m  bis zu 25 m hohe Pappeln, Weiden und Birken. Abgängige Bäume sollen entfernt werden.

Am Westufer des Hafens stehen 7m vom Deichfuß ca 20 alte Pappeln. Laut Protokoll der Herbstdeichschau Sept. 2013 sollten sie auch nach Ansicht der Deichbehörde LK Stade (Frau Hellwege) abgesägt werden. Am Ostufer stehen alte riesige Eschen und brüchige  Weiden. Leider hat der Landkreis Stade das Protokoll ohne weiter Abstimmung mit dem DV geändert und den maroden Baumbestand in „vitale Bäume“ umgeschrieben. Der DV will nun endlich einen Abholzungsauftrag erteilen, damit sich wieder eine für den Hochwasserschutz sichere Grasnarbe ausbilden kann!

Die Jungweiden im Wattbereich zwischen Hafen und Osttor sollen auf 2m Höhe gekürzt werden. Durch die Pflege als Kopfweiden soll damit späteres Treibholz verhindert werden. (Wie im Bereich zwischen Wisch und Yachthafen, sowie am Hafen Hahnöfersand.)

Am Osttor der Insel wurde stärkerer Mäusebefall festgestellt.

Insgesamt war der Deich in einem guten und sicheren Zustand!

Anschließend – wie geplant – Weitermarsch  bis zur Landesgrenze nach Cranz. In Cranz fand im Hotel zur Post die Abschlußbesprechung statt.
Wir danken für die freundliche Aufnahme und Information durch die Gremien  des Deichverbandes.

 

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