Tönjes polemisiert

Leserbrief von Dr. Hildegard von Gilgenheimb zum Bericht „Offener Brief an den Deichverband“ vom Donnerstag 12.März.2015 im Buxtehuder Tageblatt. Veröffentlicht im BT am 18.3.15

Mein Haus ist auf der Abbildung zum Bericht „Offener Brief an den Deichverband“ zu erkennen. Wohl deshalb hat mich der Bericht sehr nachdenklich gemacht.
Welche Interessen vertritt Herr Tönjes, wenn er vehement gegen die Forderungen der drei Bürgerinitiativen polemisiert? Was hat er zu verbergen, wenn er sich gegen mehr Transparenz im Deichverband wehrt? Jeder Taubenzüchterverein muss in Deutschland vor seinen Mitgliedern Rechenschaft ablegen, warum nicht der Deichverband, der immerhin von seinen Mitgliedern finanziert wird? Fürchtet er, dass Geheimplanungen und Willkürentscheidungen dann nicht mehr so einfach durchgehen? Oder fürchtet er am Ende, dass seine Beraterfunktion in Frage gestellt wird? Herr Tönjes gründet eine Bürgerinitiative, nennt aber keine Bürger, deren Interessen er angeblich vertritt. Auch das erhöht nicht die Glaubwürdigkeit seiner Argumentation.
Die zweite Forderung der drei Initiativen nach einer Ergänzung oder Änderung des Niedersächsisches Deichgesetzes (NDG) bezüglich der Widmung der Deiche an Lühe und Este werden von ihm quasi als „Aufforderung zu gesetzwidrigem Handeln“ abqualifiziert. Stehen auch hinter dieser Polemik Eigeninteressen? Schließlich hat der Deichverband viele willkürliche, von den Betroffenen nicht nachvollziehbare Entscheidungen immer mit dem Hinweis auf das NDG gerechtfertigt. Für die Bewohner an Este und Lühe gibt es keine Rechtssicherheit, solange die Vorschriften des NDG für die Sturmflutdeiche der Nordsee und Elbe auch für die Deiche an Este und Lühe gelten. Ihre Häuser auf oder an den Deichen sind bei strenger Auslegung des Gesetzes illegal. Hier eine neue gesetzliche Regelung zum Schutz der Bürger und zum Erhalt des Alten Landes zu fordern, ist mehr als legitim. Auch für den Deichverband wären realistische, sinnvolle Bestimmungen entlastend. Er könnte sich mehr auf Pflege und Erhalt der für uns lebenswichtigen Elbdeiche konzentrieren und müsste nicht kostspielige Geheimplanungen in Auftrag geben um das NDG an Este und Lühe durchzusetzen.  Herr Tönjes als technischer Berater müsste aber eventuell umdenken.
Ich hoffe sehr, dass Deichrichter und Deichgeschworene den offenen Brief positiver beantworten.

 

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