Wie Buxtehude die Zumutbarkeit für die Unterlieger sieht: Moralischer Tiefpunkt der Buxtehuder Argumentation erreicht!

Wer am 1.10. die erneute Sitzung des Betriebsausschusses der Stadtwerke Buxtehude zum Thema Hochwasserschutz nicht verfolgt hat, hat leider den moralischen Tiefpunkt der jetzt offiziellen Buxtehuder Argumentation verpasst.
Insgesamt wurden die von uns gemachten Aussagen auf unserer Pressekonferenz bestätigt, obwohl sich die Zahlen wieder einmal etwas geändert hatten. Die Berechnungsgrundlagen des NLWKN werden unkritisch übernommen und die Argumentation über die Daten der Dove-Elbe waren total unbekannt.
Jetzt spricht man von 8 cm Erhöhung durch die Minideiche. Die Zahlen ändern sich von Monat zu Monat.
Auch hat man wohl auf unsere Kritik so reagiert, dass man wegen der weichgespülten Zahlen zu den Folgen für die Unterlieger, die Minideichhöhe geringfügig (25cm) reduziert, was aber kaum die Kosten senkt. Jetzt besteht der ganze Minideich, der eigentlich nach eigenen Aussage nur noch 25 cm Pegelhöhe absichert, zum allergrößten Teil nur noch aus dem Sicherheitszuschlag (Freibord).
Der „Hammer“ war allerdings die Begründung, warum 8-10cm Pegelerhöhung für uns Unterlieger zumutbar seien.
Es wurde eines unserer Bilder aus Estebrügge gezeigt mit einem leicht erhöhten Hochwasser, was bereits die Uferkante überschreitet.
Es wurde ausgemalt, was passiert, wenn das Wasser auch ohne Minideiche steigt und in die Gärten und Häuser eindringt. Man hätte glauben können, dass wir – die IG-Este – diesen Teil der Präsentation selbst vortragen.
Dann aber die Wende im Stile von Winkeladvokaten: Bei soviel Hochwasser kommt es dann aber auch nicht mehr auf die 8-10cm an. Wenn das Wasser bereits im Keller steht, ist sowieso alles egal. Dann sind auch weitere Überflutungen zumutbar.
Diese Argumentation ist nicht nur zynisch. Sie würde so jede weitere Erhöhung des Pegels jeweils rechtfertigen und ist in der Konsequenz eine komplette Entrechtung. Mit welchem Argument soll man dann noch die Unzumutbarkeit belegen?
Sie glauben es nicht? Aber genauso ist es. Dabei entscheidet jeder Zentimeter, ob neue Keller entlang der Este geflutet werden, ob in den bereits überfluteten Kellern elektrische Verteilungen, Schalter und Steckdosen oder sogar an der Wand gefestigte Heizungsthermen erreicht werden.
Jeder Zentimeter erhöht den Schaden erheblich. Und da hilft dann auch das Argument des hohen Schadenpotentials in Buxtehude nicht weiter, wenn viel leichtere und billigere Alternativlösungen im Oberlauf ausgeblendet werden.
Und bitte nicht vergessen: Die Buxtehuder Minideiche machen erst den Estebogen in Cranz zum Überschwemmungsgebiet: Eine komplette Konterkarierung der eigentlichen Absichten im Wasserhaushaltsgesetz des Bundes.
So geht es nicht. Wir würden uns wundern, wenn die Planfeststellungsbehörde eine solchen Antrag genehmigt

 

 

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