Wie mache ich aus einem Inlandsdeich einen Küstenschutzdeich

Am 15.10. fand die halbjährige Deichschau statt. Wir waren mit Arno Hagenah, Christian Janz und Rainer Podbielski vertreten.
Auf der Deichschau wurden etliche Missstände aufgegriffen, die in der Tat absolut inakzeptabel sind, z.B: Verfüllen des Deiches in Buxtehude mit Steinen und Mutterboden anstatt Kleie, illegale Müllbeseitigung, Zaunreste im Außendeich, usw.
Gerade deshalb sind die Deichbegehungen auch wirklich sehr sinnvoll.

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H. Toennjes konnte es nicht lassen, wieder die kleinen Alleebäume in Estebrügge anzusprechen. Er lieferte sich ein Wortgefecht mit einer Anliegerin und fotografierte die Bäumchen. Er ließ offen, was als nächstes passieren wird.

Am Ende wurde dieser Tatbestand ins Protokoll der Deichschau aufgenommen. Wir haben uns schon oft zu dieser fundamentalistischen Sichtweise geäußert, und wollen hier nicht erneut die Argumente wiederholen.

Der bleibende Eindruck dieser Deichschau für uns war aber ein anderer:
An vielen Punkten wurde indirekt durch die Erklärungen des Deichverbandes klar, das überall bereits an die Umwandlung des Deiches in einen Küstenschutzdeich mit der richtigen 1:3-Neigung und Höhe sowie einem kompletten Deichverteidigungsweg gearbeitet wird:
Hier eine zuküftige Deichverlegung nach vorne, da nach hinten; hier eine Weg durch den Garten dort eine Deichbegradigung mit Verlust von Stauraum; hier konstruktive Lösungen – sprich wahrscheinlich Mauern oder Spundwände –  wo keine 1:3 – Neigung möglich ist.
Was das alles kosten wird, wenn wir erst einmal einen geschlossen Plan des Deichverbandes in den Händen halten werden. Zu den Buxtehuder Kosten der Minideiche von 6 Mio € kommen sicherlich ein Betrag über mehrere Millionen hinzu, wenn man alles realisieren würde.
Für uns zeigt sich an diesen Beispielen der komplette Irrsinn des Niedersächsischen Deichgesetzes. Keiner hat an alle Konsequenzen und Kosten gedacht, wenn man alles stur umsetzen würde.
Da hätte man vom Deichverband eher erwartet, das er dem Ministerium die Konsequenzen aufzeigt und zu einem anderen Weg rät.
Und der kann nur ein ganzheitlicher Hochwasserschutz von der Quelle bis zur Mündung sein, sowie eine Herausnahme der Flussdeiche aus dem Küstenschutz oder zumindest eine Ausnahmeregelung für Este und Lühe.
Wir können uns zur Zeit nicht vorstellen, dass der Deichverband für seine Vorstellungen die Gelder genehmigt bekommt, sollte er jemals einen solchen Antrag stellen.

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