Wir werden keine „Tönjes – Versteher“ mehr!

Stellungnahme zum Offenen Brief von H. Tönjes

Uns kann so leicht bei unserem Deichverband nichts mehr verblüffen. Der Brief von H. Tönjes konnte es allerdings. Trotzdem  wollen wir uns natürlich mit dem Inhalt konstruktiv auseinandersetzen. Aber wie?
Der Brief enthält buchstäblich kein einziges Argument? Lesen sie den Brief bitte noch einmal kritisch durch und überzeugen sie sich selbst, denn wir haben ihn auf dieser Webseite im vollen Wortlaut abgedruckt:
Keine Informationen zu den geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen in Estebrügge, Königreich, Moorende und Hove. Keine Argumente, warum wir gerade eine solche vollkommen überalterte Satzung des DV beigehalten sollten. Keine einzige Stellungnahme zum NDG, das einfach nicht Rücksicht auf die Besonderheiten des Alten Landes nimmt. Wirklich nichts Substantielles.
Stattdessen nur Vorwürfe an die Bürgerinitiativen, pauschale Selbstrechtfertigungen und  Beschwörung einer gewünschten Rückendeckung durch das Umweltministerium in Hannover und Vorwürfe an den Landkreis.

1. Fangen wir mit den Vorwürfen an uns an. Wo und wie etwa fordern die BI´ s zu ungesetzlichen Handeln auf?  Auch das wird nicht konkretisiert. Etwa deshalb, weil wir eine Mitgliederversammlung oder Deichrichterschaftsversammlungen fordern, um endlich öffentlich über eine modernisierte Satzung zu  beraten? Das Urteil des Verwaltungsgerichtes Stades vom August 2014 führt extra aus, dass bei Satzungsänderungen „eine Rückbindung an die Verbandsmitgliedschaft“ notwendig sei. Also warum eigentlich keine Mitgliederversammlung in einer so wichtigen und strittigen Frage? Oder etwa, weil wir eine Anpassung des NDG an die besondere Situation im Alten Land fordern? Das ist doch ein gutes demokratisches Recht. Wir leben doch nicht in Weißrussland, sondern in Niedersachsen. Wir können keine ungesetzlichen Aufrufe erkennen, sondern nur eine  vollkommen berechtigte Vertretung unserer Interessen.

2. Selbstrechtfertigungen über Selbstrechtfertigungen – aber ohne Argumente. Nur die allgemeine Aussage, der Deichverband stehe für eine hochwertige Deichsicherheit. Für hochwertige Deichsicherheit sind wir auch unbedingt. Da würden wir aber in erster Linie die Außendeiche an Elbe und Nordsee denken. Das Lühesperrwerk hat immer noch ein starkes Unterbestick, die Deiche müssen – so wie in Hamburg – erhöht werden – eine wahre Mammutaufgabe. Stattdessen sollen die Deiche an Este und Lühe für sehr viel Geld in küstenschutzgleiche Deiche umgewandelt werden. Und das mit all den schlimmen Folgen für unsere Dörfer und Bewohner im Alten Land. Nein – Hochwasserschutz an Flüssen geht anders und alle anderen Bundesländer machen es uns vor. Wir wollen uns eben nicht zum Hochwasserpolder der ganzen Flusssysteme machen lassen. Ist das so schwer zu verstehen?
Stattdessen auch noch Vorwürfe an den Landkreis. Was soll denn das?  Die Wahrheit ist eine andere. Immer wieder hat der Landkreis bei verweigerten deichrechtlichen Genehmigungen oder anderen Konflikten nach pragmatischen Lösungen gesucht – auch im Sinne der Bewohner auf und an den Deichen. Genau das ist es wohl, was H. Tönjes stört. Der Ausfall gegen den Landkreis  klingt fast so: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns.

3. Beschwörung des Ministeriums
Den  größten Raum im Offenen Brief von H. Tönjes nimmt die Vereinnahmung – ja fast Beschwörung –  des Ministeriums  ein. Ob darüber wohl jeder im Ministerium glücklich  sein wird? Da werden Bemerkungen von Fr. Kottwitz anlässlich eines Besuches in Mittelkirchen 2013 wiedergegeben, die Augen- und Ohrenzeugen anders wiedergeben. Da wird der Minister auf Basis einer Rede vor den eigenen Karren gespannt.
Aber auch uns ist nicht verborgenen geblieben, dass Teile der Ministerialbürokratie nur schwer umdenken. Tatsächlich „missbilligt“ H. Nitsche in einem Brief an uns unsere heftige Kritik am DV und an H. Hampe. Aber selbst das haben wir nicht als Freibrief für den DV verstanden.
Wenn jetzt aber H. Nitsche in einem aktuellen Telefonanruf für alles, was der Deichverband gemacht hat und in Zukunft plant, volle Rückendeckung gibt, ist auch für uns eine andere Situation gegeben. Dann macht sich H. Nitsche zur Partei in dieser Auseinandersetzung und greift aktiv in eine Wahlauseinandersetzung ein.
Fragt sich nur: Wer steuert hier wen?  Herr Nitsche Herrn  Tönjes oder umgekehrt.

 

 

 

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